«Wenn es hier eine Rangliste gäbe, Ihr wärt ganz oben.» Authentica-Gastgeber Urs Bucher freut sich sichtlich über die liebevoll im Klostergarten drapierten Pilzkolonien der Pilzfarm ‹Stockental. Heidi Burkhalter und Gilli Allenbach haben zu Hause am Fuss des Stockhorns ihre Pilzzucht im freien Wald aufgebaut. Und erfüllen damit genau die fünf Kriterien der Authentica-Macher Urs Bucher, Rafael Waber (Projektleiter), Jörg und Hans-Jakob Bruppacher (Konzept). «Die Authentica steht für Qualität, die Reduktion aufs Wesentliche, die Entdeckungsfreude, die Unabhängigkeit und den Dialog.

«Unabhängigkeit»

Wir legen Wert darauf, dass jeder der 60 Aussteller und Produzenten während der vier Tage selbst an seinem Stand ist.» Unter «Unabhängigkeit» versteht Bucher, dass kein Sponsor das Konzept beeinflusst - «in Zürich gibts eine Slow-Food-Messe mit Coop als Hauptsponsor.» Von den letztjährigen 60 Ausstellern ist nur noch die Hälfte dabei, um eine Rotation zu gewährleisten, die andere Hälfte ist neu. «Wir legen Wert auf persönlichen Kontakt vor der Authentica», was ein enormer Aufwand sei. Angesprochen auf den erstmaligen Eintritt, meint der gewiefte Organisator: «Den brauchen wir, damit eine Authentica 2014 möglich wird. Denn letztes Jahr sind wir nicht rausgekommen.»

Vieles neu macht der Mai

Neu ins Auge sticht das «Tentarium», das Verpflegungszelt im Klostergarten, wo Metzgermeister Gygax eine schier überirdische Emmentaler Hamme aufschneidet. «Den Gastro-Teil haben wir neu organisiert», so Bucher, der zudem auf eine 17-köpfige, jugendliche Helfer-Crew des Startpunkts Wallierhof zählen kann.

Viele Köstlichkeiten steuern aber auch die Aussteller selbst bei. Etwa die Kaffeespezialitäten von Christine Schürch und Röster Daniel Sutter aus Rüedisbach. «Wir reisen in ferne Länder wie Äthiopien oder in die Karibik. Fair Trade ist für uns wichtig, denn wir kaufen den kleinen Kaffeebauern, die auf dem Weltmarkt nicht bestehen können, die Ernte ab.» Vermarktet werden die im Emmental veredelten Kaffees dann in Restaurants «über die Mund-zu-Mund-Propaganda», so Christine Schürch. Oder eben an der Authentica, wo neben Schwarzbuebe-Bier Absinthe aus dem Val-de-Travers, Spargeln aus Seeberg oder Käse aus dem Bucheggberg locken, um nur einige Delikatessen aufzuzählen.

Wildblumen und Glasmalerei

Die Attraktion im Klostergarten ist sicher Jürg Hädrich von Münsingen mit seinem «Arthasamen«-Angebot von seltenen, alten Wildpflanzen. «350 Gemüsesorten und an die 500 Wildblumen habe ich hier», eröffnet der Mann mit dem grünen Daumen dem Authentica-Gast wohl ein Langzeitprogramm. Neu hat Urs Bucher dagegen auch die Klosterkirche für seine Handwerker genutzt. «Natürlich haben wir geschaut, dass Passendes dort seinen Platz findet.» Wie etwa die Glasmeisterin Eva Mühlemann, welche die schon im Mittelalter in den Kathedralen praktizierte Bleiverglasung in moderner Machart präsentiert. Spannend auch, was Karin Stettler und Daniel Wyss über ihre Duvet-Füllung aus Alpaka-Vlies wissen. «Denn wichtig ist für uns, dass die Aussteller Geschichten erzählen können», betont Urs Bucher.

Agenda: Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 20 Uhr.