Schulparnterschaft

Austausch verstärkt Freundschaft zwischen Senegal und Solothurn

Die Solothurner Kantidelegation zu Besuch am «Collège Ousmane Ngom»

Die Solothurner Kantidelegation zu Besuch am «Collège Ousmane Ngom»

Mit dem «Collège Ousmane Ngom» in Senegal verbindet die Kantonsschule Solothurn eine langjährige Freundschaft. Auch heuer wurde diese durch einen Besuch vor Ort bekräftigt.

Seit acht Jahren sind die Kantonsschule Solothurn und das «Collège Ousmane Ngom» im senegalesischen Thiès Partnerschulen. Als Projekt unter dem Schirm der Unesco stehen dabei sowohl der kulturelle Austausch der beiden Länder als auch die finanzielle Unterstützung des Collège und der Einsatz für Menschenrechte im Vordergrund. Im Rahmen dieses Projekt tritt jedes Jahr eine Delegation der Kanti den Weg nach Afrika an – auch dieses Jahr: Eine Gruppe von vier Schülerinnen und vier erwachsenen Begleitern besuchte das Collège in Thiès.

Kulturschock zum Nachdenken

Gründliche Vorbereitung sollten den Teilnehmern helfen, den Kulturschock abzufedern, der für den zehntägigen Aufenthalt in Senegal bevorstand: viele Kinder auf den Strassen, Lärm, kaputte Autos, überfüllte Märkte, einfachste Wohnverhältnisse. Dieser Schock wiederholte sich nach der Rückkehr in die Schweiz, wo all die Dinge, die aus Schweizer Sicht selbstverständlich waren, plötzlich an Wert zugelegten. Armut ist in Thiès alltäglich. Die schwache Wirtschaft ermöglicht nur der Hälfte der Erwachsenen ein regelmässiges Einkommen. An Infrastruktur fehlt es entweder völlig oder sie bröckelt an jeder Ecke. Durch das Projekt versucht die Delegation, einen Beitrag zur Verbesserung der Bildungschancen junger Menschen zu leisten.

Im «Collège Ousmane Ngom» wurde ein neuer Gebäudetrakt begutachtet und eröffnet, was auch eines der Kantiprojekte des vergangenen Jahres war. Gleichzeitig wurde die Schulbibliothek mit neuen Büchern ausgestattet. Zusammen mit Schülern des Collèges besuchte die Delegation die Hauptstadt Dakar und wurde sogar spontan von der Schweizer Botschafterin empfangen. Zum Programm gehörte auch ein Schülerworkshop zum Thema «Menschenrechte und Gewalt». Nebst den Aktivitäten mit der Schule unternahmen die Schülerinnen und die Begleitpersonen zwei grössere Ausflüge: In der Küstenstadt Sali rückten die touristischen Annehmlichkeiten des Landes ins Blickfeld. Später besuchte die Delegation die ehemalige Hauptstadt St. Louis, aus Zeiten der Kolonialherrschaft Frankreichs. Ihre Altstadt gehört heute zum Unesco-Weltkulturerbe.

Höflich und gelassene Stimmung

«Das Leben in Senegal kann eine Faszination auf Europäer ausüben, denn das Land und die Begegnungen mit den Menschen ist eine grosse Bereicherung: Stress – ein Fremdwort!», so die Erfahrungen der Kantischülerinnen. Selbst bei Planänderungen in der letzten Minute bleiben Organisatoren höflich und gelassen. Der Gang der Senegalesen sei langsam und gediegen und verkörpere das Gegenteil der schweizerischen «Kopf-durch-die-Wand-Eile». Auch in Sachen Pünktlichkeit vermittelten die Einheimischen einen toleranten Eindruck: «Die meisten Menschen sind offen und herzlich. Man wird an die Hand genommen, um sicher durch die Massen oder die Märkte zu gelangen.» Gegessen wird gemeinsam von grossen Platten – vorzugsweise mit den Händen. Handys und deren SIM-Karte werden gerne mal mit Geschwistern und Freunden geteilt, Sprachbarrieren mit Händen und Füssen überbrückt.

Dank der Schulpartnerschaft, gepflegt vom Verein «Unos con Otros» (siehe Kasten), durfte die Kantidelegation eine unvergessliche Erfahrung machen. Die Chance, ein afrikanisches Land mit Sitten und Gebräuchen kennen zu lernen, lässt jährlich aufs Neue verschiedene Vereinsmitglieder offener gegenüber der Welt und Mitmenschen werden. Es ist Ziel und Herzensangelegenheit für den Verein, das Projekt auf lange Sicht weiterzuführen: Aus Partnerschaft zwischen Schulen wurde Freundschaft zwischen Menschen.(mgt)

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