Solothurn
Wie ein Gang durchs Leben: Otto Lehmann zeigt in der Freitagsgalerie Arbeiten aus allen Schaffensperioden

Eigentlich ganz spontan zusammengeworfen - so beschreibt der Solothurner Künstler Otto Lehmann die Sammlung, die derzeit in der Freitagsgalerie zu sehen ist. All seine Stile, all seine Farben finden Besucherinnen und Besucher in den Werken wieder.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Der Solothurner Künstler Otto Lehmann.

Der Solothurner Künstler Otto Lehmann.

Hanspeter Bärtschi

Otto Lehmann, dem gebürtigen Solothurner, der seit vielen Jahren im Luzernischen lebt, begegnet man immer wieder mal in seiner Heimatstadt. Sei es mit seinen grossformatigen Arbeiten im Kunstmuseum oder dann auch wiederholt in der Freitagsgalerie, bei seinem alten Freund Rolf Imhof. «1976 konnte ich zum ersten Mal bei Imhof ausstellen», erzählt er halb belustigt. Und dann kam es immer wieder mal dazu. «Eine weitere Runde», sagt Lehmann und schmunzelt.

Dass Otto Lehmann – der vielen Kunstfreunden mit seinen grossformatigen, oft in düsteren Farben gehaltenen Gemälden in Erinnerung haften blieb – auch Arbeiten zu zeigen hat, die im eher kleinen Raum der Freitagsgalerie ihre adäquate Platzierung finden, erstaunt eigentlich.

«Es sind alles Blätter, die im Lauf meines künstlerischen Lebens entstanden sind. Einige konnte man schon sehen, andere gar nicht»,

erklärt Lehmann. Er selbst habe die Sammlung zusammengestellt, dann aber wieder verworfen und: «Was jetzt zu sehen ist, ist eigentlich ganz spontan zusammengetragen worden.» So scheint er unerschöpflich zu sein, der Fundus, aus dem Otto Lehmann schöpfen kann.

Hanspeter Bärtschi

In der Freitagsgalerie zeigt der Künstler Blätter, teils im Format von A6, mit seinen typischen expressiven Formen und Farben. Geometrische Formen wechseln sich ab mit symbolhaften Darstellungen von weiblichen Figuren, Tierkörpern, Spiralen oder Gittern. Hin und wieder sind ganz profane Dinge zu erkennen: ein Geländer, ein fahrbarer Jagdsitz, Gestalten, die abwehrend ihre Gesichter oder ihre Körper verdecken. Dann wieder mikrobenartige Gebilde, Viren oder Bakterien.

Hanspeter Bärtschi

Das ganze künstlerische Universum des Otto Lehmann breitet sich auf diesen kleinformatigen Blättern aus. All seine Techniken, all seine Farben sind zu finden.

«Ich bin ständig am Arbeiten», sagt der heute 78-jährige Künstler über seinen Alltag und fügt an: «Es ist angenehm für mich, ältere Blätter zu sehen und zu erkennen, dass sie mich immer noch beschäftigen.» Zu sehen sind zudem ein paar von Lehmanns Skizzenbücher. Hier ist seinen Gedankengängen und deren künstlerischen Umsetzung nachzugehen und so erklärt sich so manches seiner Motive.