Die Fachmesse Eigenheim hat sich zu einem Renner entwickelt: Die fünfte Auflage verzeichnete einen Aussteller- und Besucherrekord. Organisation und Standbetreiber sind denn auch des Lobes voll.

Ideales «Messewetter»

Das nicht gerade zum Flanieren oder Velofahren verlockende Wetter kann zum Ansturm beigetragen haben. «Wir haben tatsächlich kalte Füsse bekommen», meint Marco Baumberger von Baumberger Bau AG in Koppigen schmunzelnd. Dies nicht etwa wegen des Geschäftsganges, sondern weil sich sein Stand im windigen Aussenbereich befand. Er wärme sich an der Ertragsbilanz, sagt der zufriedene Holzbauer, der erstmals an der Messe teilnahm und nächstes Jahr wiederkommen will. «Sowohl bestehende Kunden als auch Neukunden zeigten an unserem Angebot, welches vom Carport bis hin zur Dachaufstockung reicht, Interesse.» Ein Stand bedingt ja auch eine über vier Tage dauernde Präsenz, die Marco Baumberger neben dem Akquirieren und Beraten dafür nutzte, bestehende Geschäftsbeziehungen zu pflegen. Bei spannenden Gesprächen und Begegnungen sind klamme Zehen schnell vergessen.

An Messen wird aber nicht nur gefroren. Haben sie doch Potenzial, das Feuer der Liebe zu entzünden. So lag an der Heso vor fünf Jahren der Stand eines Küchenbauers vis-à-vis eines Whirlpool-Anbieters, dessen Verkaufsdame es ihm angetan hatte. Heute sind Doris und Yves Liechti (Liechti Küchen-Schreinerei AG in Wiedlisbach) verheiratet und zum dritten Mal an der Eigenheim vertreten. Einer Messe, an der Yves Liechti schätzt, dass nicht Krethi und Plethi erscheinen, sondern Menschen, die sich mit einer neuen Küche beschäftigen. Was die Interessenten an Liechti besonders schätzen, sei, dass die Firma alles selber herstelle. «Wir verkaufen keine Katalog-Produkte, sondern Eigenfabrikate», bemerkt Yves Liechti. Der heutige Geschäftsführer ist in das elterliche Geschäft eingetreten und stolz darauf, die Qualitätsprodukte, von Möbeln, über Bäder bis hin zu Türen, an der Eigenheim zeigen zu können.

«Kinderkrankheiten beseitigt»

Eine breite Palette von Schreiner-, Zimmerei-, und Innenausbauarbeiten bietet die Schmid+Co in Günsberg an. Kurt Schmid war schon beim Start der Eigenheim für fünf Jahren dabei. «Ich erlebte hautnah mit, wie sich die Messe für Wohneigentum von den frühen Kinderkrankheiten befreite und sich zu einer grossartig geführten Fachmesse entwickelte.» Kurt Schmid hat nie bei der Konkurrenz, der Socasa, ausgestellt und will der Eigenheim treu bleiben. «In den letzten fünf Jahren konnte ich gerade auch wegen der Präsenz an der Eigenheim unseren Kundenkreis erweitern,» bilanziert er. Ein Argument, welches auch Edgar Morand von der E. Morand Trading in Bettlach, dem Fachbetrieb für Ciling-Deckensysteme, zum Mitmachen überzeugte: «Als Eigenheim-Newcomer bin ich positiv überrascht, was für eine hochkarätige Fachmesse da vor der Haustüre stattfindet – aber auch, wie viele Leute sich nun für ein ‹Decke-unter-Decke-System› erwärmen», sagt er lachend.

Daran haben die Veranstalter Benno und Monika Krämer mit viel Herzblut gearbeitet. Es ist ihnen gelungen, einen guten Spartenmix rund ums Wohneigentum zu organisieren. «Gerade bei Bodenplatten, Keramik und Steinplatten sind aber noch zu wenige Vergleichsangebote da und im Bereich ‹Intelligentes Wohnen› lässt sich in Kombination mit Haustechnik noch einiges optimieren», listet Krämer einige Optionen für nächstes Jahr auf.

Freude über den Erfolg

Aber allein der Umstand, dass vor lauter Ausstellern der Platz für eine ursprünglich geplante Sonderschau schlicht fehlte, zeugt vom grossen Wachstum der Eigenheim. Für einen Moment freuen sich Krämers einfach über den Erfolg der mit mehrheitlich regionalen Ausstellern glänzenden Fachmesse, bevor sie die «Zwillingsschwester», die vom 9. bis 11. September in Biel als Eigenheim.2011 die Tore öffnen wird, vorbereiten.