Aussenplätze
Bewilligungs-Chaos bei Tischen vor dem Dock: Anwohner fordern «Platz für Allgemeinheit»

Streitpunkt sind die zusätzlichen Sitzplätze auf Kosten einer öffentlichen Sitzbank. Rolf Trechsel, Präsident des Vereins Altstadtwohnen, stört sich daran, dass die Stadt das «Bödeli» dem Dock zur kommerziellen Nutzung überlässt.

Marius Fellinger
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Fenster der Vorstadt-Bar Dock.

Fenster der Vorstadt-Bar Dock.

Hanspeter Bärtschi

Am Hin und Her um die Aussenplätze des Vorstadt-Bar «Docks» scheiden sich die Geister. Bei den einen stösst das Vorgehen der Stadtbehörden, eine gewährte Bewilligung wieder zu widerrufen auf Unverständnis. Andere stören sich daran, dass die Stadt dem Dock das «Bödeli» zur Verfügung gestellt hat. So wie Rolf Trechsel. Er ist Präsident des Vereins Altstadtwohnen Solothurn und betreibt in der Vorstadt das Hotel «Roter Ochsen».

Das Bödeli auf der Wengibrücke durfte vom Dock genutzt werden.

Das Bödeli auf der Wengibrücke durfte vom Dock genutzt werden.

Hanspeter Bärtschi

Laut Trechsel versteht der Verein Altstadtwohnen gut, dass der Betreiber der Dock-Bar gerne das Bödeli bei der Wengibrücke für sich nutzen wolle: «Denn er hat recht mit der Aussage, dass dieser Standort einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt ist.»

Für Trechsel ist aber nicht einzusehen, warum dieser Ort nicht mehr der Allgemeinheit, sondern nur noch Bar-Gästen zur Verfügung stehen soll. Nach Meinung des Vereins soll es ein Ort sein, der wie früher für alle zugänglich ist.

Rolf Trechsel.

Rolf Trechsel.

Wolfgang Wagmann
«Ein Ort, wo beispielsweise eine ältere Person eine Pause einlegen kann oder Junge ein Sandwich essen können, ohne etwas zu Trinken bestellen und bezahlen zu müssen.»

Für Trechsel ist klar: Dieser Boden gehört der Allgemeinheit, dem Steuerzahler. Ein schöner Aussichtspunkt samt Sitzbank ohne Konsumzwang sei eine gute Sache. Es gebe keinen Grund, diesen öffentlichen Boden der Allgemeinheit wegzunehmen und einem Privaten zu verschenken.

«Wir hätten gern, dass dieser Platz spätestens im kommenden Jahr wieder für alle zugänglich wird und das Bänkli wieder installiert wird.»

Trechsel fügt an: Ein schöner Aussichtspunkt samt Sitzbank ohne Konsumzwang sei eine Sache, zu der man Sorge tragen sollte. Hier öffentlichen Grund zu privatisieren ist für ihn nicht nachvollziehbar. Es gebe rund um die Wengibrücke genug Plätze für Leute, die etwas konsumieren wollen.

Markus Moerler betreibt das Dock. Zwischenzeitlich hatte er eine Bewilligung, auch auf dem Bödeli Gäste zu bedienen. Bis die Stadt ihm diese wieder entzog.

Markus Moerler betreibt das Dock. Zwischenzeitlich hatte er eine Bewilligung, auch auf dem Bödeli Gäste zu bedienen. Bis die Stadt ihm diese wieder entzog.

Wolfgang Wagmann

Bei den Leserinnen und Lesern der Solothurner Zeitung hat der Knatsch um die Aussenbestuhlung des Docks ebenfalls für Diskussionen gesorgt. So schreibt eine Leserin auf Facebook: «Es stört ja überhaupt nicht. Ich laufe da jeden Tag durch. Finde es toll und wir sind immer noch in nicht einfachen Zeiten. Da wäre einfach Kulanz gefragt.»

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