Raiffeisenbank Solothurn
Aus altem Gebäude am Kronenplatz wird eine moderne Raiffeisenbank

Zeitlich wie finanziell ist der Umbau zur Bankfiliale am Kronenplatz auf Kurs. Ins sogenannten Wagner-Teuscher-Haus soll im kommenden März die neue Raiffeisenbankfiliale hin. Die Arbeiten am Altbau sind aufwändig und kompliziert.

Andreas Kaufmann
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Es grenzt an physikalische Unmöglichkeit, in einer engen, kleinräumigen Altstadt grossen zusammenhängenden Wohn- und Arbeitsraum zu erschliessen. Und doch wird hie und da das Gegenteil bewiesen. Wie beim jüngsten Beispiel der kommenden Raiffeisenbank am Kronenplatz. Im sogenannten Wagner-Teuscher-Haus, in dem die Bankschalter im kommenden März geöffnet werden sollen, laufen die Bauarbeiten zurzeit auf Hochtouren. Und dies mit einem Interieur, das sich schon im jetzigen Baustadium als luftig und grossräumig erweist. So ist der Umzug vom Gebäude an der Ecke Seiler-/Kronengasse Richtung Norden denn auch mit dem Platzmangel am alten Ort verbunden. Dieser hatte es nötig gemacht, die Administration an den Rosenweg auszulagern. Nun werden Kundenbereich und Backoffice am neuen Standort unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst. «Zeitlich und finanziell sind wir auf Kurs», informiert Richard Burgener, Vorsitzender der Bankleitung. Der Totalumbau kostet die genossenschaftliche Bank rund 13,5 Mio. Franken.

Bautechnische Herausforderungen

Kürzlich bereits fertiggestellt wurde die wieder sichtbare Aussenfassade. «Hier fehlen noch der Eingangsbereich sowie die Fensterläden und der Raiffeisen-Schriftzug», informiert der für die Bauplanung zuständige Architekt Benno Probst der Felber Architekten AG. «Gerade die Veränderungen am Eingang haben in der Zusammenarbeit mit dem kantonalen Denkmalschutz intensiv zu diskutieren gegeben», erinnert sich Burgener an besondere Herausforderungen. Nach einer weiteren Bemusterung - bei der auf kleiner Fläche die neue Gestaltung «ausprobiert» wird -, folgt durch die Altstadtkommission die Freigabe für den Abschluss des Aussenbereichs. Dieser soll einen Grauton aufweisen, und zwischen dem verglasten Kundeneingang auf der linken und dem Mitarbeiterzugang auf der rechten Seite werden zwei Bankomaten Platz finden.

Die noch grössere bautechnische Herausforderung, die laut Probst ohne Komplikationen gemeistert wurde, war der Rückbau, das «Aushöhlen» des Gebäudes selbst: Ganze 170 Tonnen Stahlträger waren nötig, um den Baukörper innerhalb der angrenzenden Gebäudemauern zu stabilisieren. Danach wurde das Wagner-Teuscher-Haus von oben nach unten ausgehöhlt, mittels Stahlbetondecken wieder aufgebaut und mit einem baugleichen Dach gedeckelt.

Elemente, die aus Sicht der kantonalen Denkmalpflege schützenswert gewesen wären, wurden im Innenbereich indes keine gefunden, wie Probst anfügt: «Auch von einer ursprünglichen Zweiteilung des Hauses ist kaum mehr was zu merken.» Zu unterschiedlichen Zeiten der Hausgeschichte sind Anpassungen und Änderungen vorgenommen worden, sodass von «ursprünglichen» Eigenschaften kaum mehr die Rede sein kann. Dies gilt auch für freiliegende Brandmauern der Nachbarhäuser, die zurzeit noch sichtbar sind, dann aber zugebaut werden.

«Stimmungsvolle Begegnungsbank»

Im Eingangsbereich der Bank wird ein 24-Stunden-Service geboten werden. Hier sollen Kunden Ein- wie Auszahlungen, ebenso wie Währungswechsel tätigen können. «Ein Wettbewerbsvorteil und eine Angebotserweiterung ist zudem die vollautomatische Tresoranlage», so Burgener. Dabei holt ein Roboterarm die Wertgegenstände von Safe-Kunden herbei. Die Kundenhalle hinter dem Eingangsbereich zeichnet sich durch einen Lichtschacht zum darüberliegenden Innenhof und durch eine Galerie aus. «Das grosse Thema ist Licht», verrät Burgener und ergänzt: «Es wird hier auf Hochglanz getrimmte Bank, sondern vielmehr eine stimmungsvolle Begegnungsbank entstehen.» In der Kundenhalle sind die regulären Cash-Bankschalter, eine Loungezone, Informationsbildschirme sowie - etwas abgeschirmt - Beratungsdesks und zwei Beratungszimmer vorgesehen. Ebenfalls beraten wird im ersten Stock, wo sich ausserdem Räumlichkeiten für die Mitarbeiter befinden. Im zweiten Obergeschoss finden sich die Direktion und ein grosser Konferenzraum, der auch für Verwaltungsratssitzungen vorgesehen ist. Die vormals am Rosenweg stationierte Administration wird im dritten Obergeschoss untergebracht.

Grosse Gewerbeflächen, die zum Teil auch längerfristige Reserven für eine wachsende Bank darstellen, werden inskünftig und bis dahin fremdvermietet. Ebenso gehören dem Wagner-Teuscher-Haus drei zu vermietende Privatwohnungen in den oberen Stockwerken an.

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