Theater Mausefalle
Aus 15 Jugendlichen wird ein homogenes Ensemble

Der Jugendkurs des Theaters Mausefalle überzeugt in der Produktion «Haltet den… Hasen».

Helmut Zipperlen
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Elia Blaser, Joseph Tschudin, Bilal Fahmi und Malaika Bussinger haben sich ihre Theaterrollen einverleibt.

Elia Blaser, Joseph Tschudin, Bilal Fahmi und Malaika Bussinger haben sich ihre Theaterrollen einverleibt.

zvg

Wer sich die Produktion «Haltet den... Hasen» von Daniel Stenmans durch den Jugendkurs des Theaters Mausefalle angesehen hat, weiss, dass sich das Teatro Mobile künftige Talente heranzieht. Obwohl die Mitwirkenden alle im Teenager-Alter sind, liegt ihre Leistung weit über blossem Schultheater.

Die Zeitung hat nach der Premiere stellvertretend für alle Protagonisten mit der 15-jährigen Katharina Novello und dem 14-jährigen Elia Blaser gesprochen. Sie spielt die Rolle der Svenja Beckmann, eine Killerin, die auf den Gangsterboss Gregorio Puzzo angesetzt ist, und liefert eine toughe Performance. Er ist Pitt Franken, ein Bodyguard des Gangsterbosses und beweist in dieser Rolle viel Bewegungstalent.

Mit seiner Figur eins werden

Sie hätten sich die Rollen nicht selber aussuchen können, sondern seien einfach so besetzt worden. Elia hat insgeheim auf eine der Bodyguard-Rollen gehofft. Als schönstes Erlebnis bezeichnet Katharina, dass sie sich ihre Rolle erarbeiten konnte und mit der Zeit mit der darzustellenden Figur verschmolz. Katharina hat schon Theater gespielt, sich letztes Jahr die Inszenierung des Jugendkurses angeschaut und gewusst, dass sie dort mitmachen wolle. Bei Elia waren es die Eltern, die den entscheidenden Schritt unternahmen, einen geeigneten Theaterkurs zu finden. In den ersten Monaten wurden theatralische Grundbegriffe vermittelt und vor den Sommerferien mit den Proben für das Stück begonnen.

Beide fühlen sich in diesem Kurs wohl, haben Freude am Spiel und wollen auch künftig Theater spielen. Ausser diesen beiden sind auch Bilal Fahmi und Elena Schor erstmals auf der Mausefalle-Bühne zu sehen.

Den Regisseuren respektive Kursleitern Nico Barth und Lukas Rhiner ist bereits mit der Wahl des Stückes ein guter Griff gelungen, und sie haben es verstanden aus den 15 Jugendlichen ein homogenes Ensemble zu bilden. Es gebe immer wieder Einzelgänger, die zuerst etwas auf Distanz gingen. Diese abzuholen und ins Ensemble einzugliedern, sei eine dankbare Aufgabe.

Turbulent geht es zu

Der Theatermann Daniel Stenmans hat eine Farce geschrieben, die hinsichtlich Darsteller und Szenenfolgen viel Freiraum bietet. Ort der Handlung ist eine Hotellobby, ausgestattet mit Tischen und Stühlen und mit verschiedenen Türen. Gleich zu Beginn strömen alle Mitwirkenden auf die Bühne, und zwei Gruppen mit aufeinander gerichteten Revolvern stehen sich gegenüber. Der Gangsterboss Puzzo (Joseph Tschudin) verlangt nach dem Hasen.

Unverständnis macht sich breit. Noch bevor die Revolver in Aktion treten, macht die Hoteldirektorin Stefanie Gross (Thea Burkhardt) klar, dass dies fast das Ende des Stückes sei und man doch am Anfang beginnen soll. Jetzt muss also der nun allein auf der Bühne stehende Hotelportier Rainer Barth (Nils Leuenberger) dem Publikum die Vorgeschichte erzählen, die in eine meist turbulente Szenenfolge mit all den Hotelgästen übergeht.

Marcel Böhm (Yann Ammon) ist ein Gast, der das höchst gelegene Zimmer möchte, damit er sich zu Tode stürzen kann. Maria und Chris Bremer (Emilia Adamo und Liam Schank) verbringen ihre Flitterwochen im Hotel und müssen sich erst aneinander gewöhnen. Blanka Jansen, Jenny Becker und Lara Bauer (Gioia Clavijo, Simona Lunah Cona und Laurine Schmidt) feiern das Bestehen des Abiturs, sind aber charakterlich ziemlich verschieden. Kalle Lehmann (Bilal Fahmi), der aggressivere Bodyguard, erledigt für den Boss die Drecksarbeit.

Erika Grün (Elena Schor) ist als Hotelkritikerin inkognito anwesend, ebenso die Oberkommissarin Regine Klassen (Malaika Bussinger), die endlich den Gangsterboss zur Strecke bringen will. Mit dabei auch immer ein Stoffhase, der im Laufe der Handlung mehrfach den Besitzer wechselt, und dessen Inhalt offensichtlich wertvoll ist. «Schön, du schubst mich ins kalte Wasser, und ich habe Angst, mir die Finger zu verbrennen», ist nur einer von vielen Sprachwitzen. Aber es wird nicht nur gesprochen: Es gibt auch Action. Ein Abend zum Schmunzeln und Lachen.

Aufführungen Fr/Sa, 20./21. Oktober, jeweils 20 Uhr; So, 22. Oktober, 17 Uhr; Fr/Sa, 27./28. Oktober, jeweils 20 Uhr.

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