Naturmuseum Solothurn
Aug in Aug mit Mammut, Dino und Höhlenbär

Ein grosser Teil der Objekte für die erdgeschichtliche Dauerausstellung ist ins Naturmuseum Solothurn zurückgekehrt. Die Ausstellung wird noch im Januar eröffnet.

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Die versteinerten Fussstapfen eines Dinosauriers

Die versteinerten Fussstapfen eines Dinosauriers

Zur Verfügung gestellt

Nun ist ein grosser Teil der Objekte wieder im Naturmuseum zu sehen – der Elch, die Seesternplatte, die Dinosaurier und zahlreiche neue Objekte und interaktive Elemente. Die Exponate waren während anderthalb Jahren ausquartiert worden, um dem Baulärm und -staub zu entgehen. Nun präsentieren sie sich thematisch neu gegliedert oder werden zum Aushängeschild, wenn es um elementare Ereignisse der Zeitgeschichte geht. Die Umbauarbeiten sind zwar noch nicht abgeschlossen, jedoch wird genügend aufschlussreiches Material ausgestellt, um die Besucher zum Staunen zu bringen.

Seit zwei Jahren wurde im zweiten Obergeschoss des Naturmuseums Solothurn diskutiert, geplant, gezeichnet, berechnet, gebaut, korrigiert, umgeplant, eingerichtet und ausgestellt. Jetzt ist das Museumsteam soweit und kann einen grossen Teil dem Publikum zugänglich machen. Einige Ausstellungsbereiche sind jedoch noch Baustellen und die leeren Vitrinen warten noch auf Objekte und Texttafeln. Diese Teile sollen in der nächsten Zeit fertiggestellt werden.

Urknall – der Anfang von Vielem

Wer das Bedürfnis hat, die wichtigsten erdgeschichtlichen Ereignisse etwas ordnen zu wollen, kann dies entlang eines installierten roten Zeitbandes machen. Hier werden massgebliche Ereignisse anhand von rund 50 Objekten und medialen Stationen präsentiert. Zu sehen ist hier beispielsweise eine 330 Millionen Jahre alte, fossile Schnecke oder ein Teil eines seltenen Mondmeteoriten.
Mit dieser Wiedereröffnung am 20. Januar hat, was vor allem die kleinen Entdecker freuen dürfte, auch der «Dino-Entzug» ein Ende.

Einzelne Zeitepochen aus der Erdgeschichte wie das Jurazeitalter werden in der Ausstellung eingehender behandelt. So kann man sich in der «Dinoecke» wie zu alten Zeiten in die Spuren setzen oder sich aus vielen Skizzen ein Bild machen, was aus den Funden herausgelesen werden kann und was nicht. So lassen Grösse des Trittsiegels und der Spur Aussagen über die Ausmasse und die Gangart der Verursacher zu. Versteinerte Knochen, Zähne und Eischalen erzählen ihre Geschichte über die Lebensweise der Dinos. Über die Färbung oder, ob sie nun Federn oder Schuppen hatten, lässt sich aber nach wie vor streiten. Hingegen ist klar, dass ein langhalsiger Saurier keinen kurzen Schwanz haben kann.

Die Vielfalt der Fauna vor 250 Millionen Jahren war gross: Nebst den Dinosauriern am Strand tummelten sich im Meer Krokodile, Schildkröten, diverse Muscheln, Schnecken, Ammoniten, Belemniten und Nautiliden – Kopffüsser, die mit den heutigen Tintenfischen verwandt sind.

Von den, auf den Meeresgrund gesunkenen Tieren blieben einzig ihre Schalen und Abdrücke übrig. Diese findet man heute im Jurastein wieder, wie dies die besondere, aus einem Stück gesägte Steinplatte aus einem Solothurner Steinbruch symbolisiert. Genau diese Vielfalt ist Thema in den noch zu bestückenden Tischvitrinen. Die Herzstücke des Museums wie die grosse Seesternplatte oder die Krokodilplatte sind hingegen bereits ausgestellt.

Eisig kalt vor 10 000 Jahren

Wie es in dieser Gegend ausgesehen haben mag, damals, als sich Mammut, Höhlenbär, Schneehase und Elch aufhielten? Ein Blick durch einen der drei installierten Feldstecher gibt eine mögliche Antwort darauf. Die Vertreter der Eiszeit haben den kalten Temperaturen vor rund 10 000 Jahren getrotzt. Einige Arten haben bis heute überlebt, andere wie der Höhlenbär oder das Mammut sind ausgestorben. Mit etwas Glück findet man von ihnen noch Überreste im Jurastein.

Ganz besondere Zeitzeugen sind auch die Findlinge, deren Weg man per Animation nachverfolgen kann. Auf dem Landschaftsmodell, welche das Gebiet von Biel bis Olten abdeckt, können wichtige natürliche und menschgemachte Prozesse und ihre Auswirkung auf die Landschaft mitverfolgt werden. Die einzelnen Geschichten werden über eine Hörstation erzählt und die Prozesse auf dem Modell projiziert. Das dazu speziell angefertigte Holzrelief darf durchaus mit den Händen erkundet werden.

Geologie: eine trockene Materie?

Dass die Geologie längst keine trockene und langweilige Materie ist, wird spätestens im interaktiven Ausstellungsteil «Geo-Labor» klar: Hier werden Fragen geklärt zu Farbe und Form von Mineralien und Kristallen, da können Steine mit einem Scanner identifiziert oder auf ihre Härte getestet werden, dort können wunderschön fluoreszierende Steine bestaunt werden. Steine, eine tote Materie? Das Naturmuseum scheint allemal das Gegenteil zu beweisen... (mgt)

Eröffnung am Dienstag, 20. Januar um 18.30 Uhr. Als Referenten zu hören sind Thomas Briner (Museumsleiter), Kurt Fluri (Stadtpräsident), Anita Panzer (Gemeindepräsidentin Feldbrunnen-St. Niklaus), Silvan Thüring (Geologe), sowie die wissenschaftlichen Illustratoren der Firma «Ikonaut». Ansonsten ist das Naturmuseum Dienstag bis Samstag von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.