Hauptbahnhof

Aufräumaktion für den Langsamverkehr – das bringt mehr Veloplätze

Drahtesel stehen im Dichtestress am Bahnhof. Bis Juli soll hier alles ordentlicher werden ...

Drahtesel stehen im Dichtestress am Bahnhof. Bis Juli soll hier alles ordentlicher werden ...

Der Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS schafft Ordnung an der Südseite des Solothurner Hauptbahnhofs. Das hat mehr Veloplätze zur Folge. Das ist nötig, weil der Bahnhof vor Drahteseln buchstäblich überquillt.

Das Bild vor Ort schlägt die Statistik um Längen und steht als Zeichen für den Erfolg des Langsamverkehrs – oder fürs Phänomen herrenloser Vehikel: Der Hauptbahnhof quillt über vor lauter Fahrrädern. Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes, bestätigt: Die nordseitige Velostation mit fast 600 Plätzen ist zum Bersten voll. Ein Augenschein zeigt aber, dass sich auch südseitig die Drahtesel häufen. Platz wäre hier für 222 Zweiräder – allerdings prägen Wildparken und Unordnung zurzeit das Bild.

Umso mehr laufen seit Anfang April Bemühungen des Regionalverkehrs Bern-Solothurn RBS, durch aufgeräumte Verhältnisse am Holunderweg Ordnung zu schaffen. Die zurzeit sichtbaren Bauarbeiten vor Ort werden bis Juli andauern. Im gleichen Zuge wird die Kapazität an Abstellplätzen südseitig um gesamthaft 77 auf 299 Plätze aufgestockt. Nicht zuletzt wird dazu bisher brachliegende Fläche neu genutzt, wie Caspar Lösche von der RBS-Medienstelle bekannt gibt: «Das Gleis 18 wurde nicht mehr benötigt und konnte somit im vergangenen Jahr aufgehoben werden, um mehr Platz zu schaffen für die Neuordnung.»

Lücken sinnvoll ausfüllen

Tatsächlich klafft im Gleisbett seit damals eine Lücke, die nun als Nutzfläche ausgefüllt wird. So gewinnt der südliche Rand rund zwei Meter an Breite. Am westlichen Ende werden einige Abstellplätze entfallen, ostseitig entstehen dafür zwei Reihen überdachter Plätze – und zwar vom Gleis abgewandt, um die Sicherheit zu garantieren. Aus dem gleichen Grund wird gleisseitig eine Abzäunung installiert – nicht zuletzt, um das Überschreiten der Gleise zu verhindern. Die Plätze für Motorräder werden ostseitig angelegt und zum bereits bestehenden Mobility-Parkplatz kommt ein zweiter hinzu. Der IV-Parkplatz bleibt erhalten. Dafür wird bei den Parkplätzen für Personenwagen zugunsten von Mobility ein Rückbau erfolgen.

Diese Neuordnung, so Lösche weiter, sei schon seit längerem geplant gewesen und habe man jetzt in Angriff nehmen können. «In Absprache mit der Stadt Solothurn wird die Bike+Ride-Kapazität so deutlich erhöht und der gesamte Platz aufgewertet.» Eine Aufwertung ist insbesondere im Bereich des Treppenaufgangs vorgesehen. «Dort wollen wir mehr Raum schaffen», sagt Lösche. So werden die zurzeit dort stehenden Veloplätze aufgehoben.

Die ganzen Arbeiten wurden etappiert, um den laufenden Betrieb um den Bahnhof sicherzustellen: «Natürlich geht es nicht ohne Einschränkungen betreffend Kapazität, aber weniger, als wenn man den Umbau in einem Zug vorgenommen hätte», so Lösche weiter. Ausserdem werden nach Abschluss der Arbeiten dafür umso mehr Plätze zur Verfügung stehen.

Wie der RBS in einer weiteren Meldung bekannt gibt, sind in den Nächten vom Montag bis Donnerstag Tiefbauarbeiten vorgesehen. Dabei gehe es um Ergänzungen des Perrons für ebenerdigen Einstieg. Wegen des Fahrplantakts tagsüber müssen die Arbeiten in der Nacht verrichtet werden.

Planung geht langfristig weiter

Die Neuordnung der Situation am Südende des Bahnhofs soll für die nächsten zehn Jahre gelten. Danach folgen grössere Umbauarbeiten, die sich im Zusammenhang mit dem Ausbau der Linie Bern–Solothurn ergeben (wir berichteten). Dazu zählt die Tatsache, dass wegen voraussichtlicher Bevölkerungsentwicklungen längere Züge zum Einsatz kommen werden, was mitunter auf die Perrongestaltung Einfluss hat. Diese Bestrebungen sollen in einer Arbeitsgruppe mit den Behörden der Gemeinden Solothurn und Zuchwil, dem Kanton Solothurn und der Espace Real Estate AG koordiniert werden.

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