Solothurn

«Aufhören, solange es Spass macht»: 20. Street Music Festival war das letzte

In der Vorstadt fand das 20. Street Music Festival statt. Es wurde wieder von Martin und Paul Wagmann und ihrem Organisationsteam geleitet. Sie verkündeten am Ende das Aus des Anlasses.

Im unteren Winkel Solothurns herrschte am Samstagabend ausgelassene Stimmung. Ein bunter Musikmix, gutes Essen und fröhliche Leute sorgten für eine festliche Atmosphäre. Die meisten Besucher des Festivals kennen sich untereinander und kommen aus Tradition jedes Jahr her, was dem Ganzen einen sehr familiären, vertrauten Touch verlieh.

Aber nicht nur sie wurden von der guten Musik und der gemütlichen Stimmung angelockt. Viele kamen zum ersten Mal her, weil sie davon gehört hatten und «einfach mal einen gemütlichen Abend verbringen wollten». Eines hatten sie jedenfalls alle gemeinsam: Sie hatten Spass, und das hat man auch gemerkt. Schon vor dem Auftritt der ersten Band um 18 Uhr waren über die Hälfte der 250 Plätze besetzt. Und während «Supersiech» spielte, füllte sich auch der Rest der Plätze, bis das Zelt schliesslich ganz voll war.

Mit ihren klug durchdachten Mundarttexten sorgte die Band für einen geschmeidigen Start in den Abend. Es folgte «Hilibrand Grenchen», die mit Jazz-artigen Covers moderner Songs alle in gute Laune versetzten und sogar einige dazu brachten, auf den Bänken zu tanzen.

Bunter Musikmix

Besonders ausgelassen wurde die Stimmung dann beim Auftritt von «Eigebröi», die das Festival 1997 erstmals ins Leben gerufen haben und daher auch am besten unter den Besuchern bekannt sind. Zu dem Mix aus Jazz und Reggae tanzte ein grosser Teil der Besucher auf der Tanzfläche vor der Bühne.

Wem es bei dem feuchten Wetter kalt geworden war, wurde spätestens beim nächsten Programmpunkt wieder warm: Maurice de la Croix sorgte mit seiner Feuershow neben angenehmer Wärme auch für viel Spannung und Staunen. Auf ihn folgte Jackson Wahengo, Namibias gefeierter Gitarrist, der afrikanische Tradition mit modernen Klängen mischte und einem somit auf seine ganz eigene Art die afrikanische Kultur näherbrachte. So endete um Mitternacht das Programm, und man konnte die Nacht noch entspannt an der zugehörigen Bar ausklingen lassen.

Aus wegen privater Gründe

Das 20-Jahr-Jubiläum des Festivals hatte aber leider auch einen bitteren Beigeschmack: Nach dem Auftritt von «Eigebröi», verkündete Martin Wagmann, dass das Organisationsteam sich auflösen würde und der Anlass leider keine Zukunft mehr habe. Dies war sehr zum Bedauern aller, vor allem derer, die das Festival schon seit 20 Jahren immer besucht hatten.
Martin Wagmann erklärte, dass der Rücktritt der Veranstalter zum Teil private und zum Teil auch gesundheitliche Gründe hätte. Die Entscheidung sei schon vor einem Jahr gefallen, weil das Festival durch den Wegfall des Organisationsteams zu viele Sponsoren und Arbeitskräfte verlieren würde. Somit mache die Weiterführung des Festivals finanziell und organisatorisch keinen Sinn mehr. «Man soll aufhören, solange es Spass macht», fügte er dann noch mit einem Lächeln hinzu.

Martin Wagmann scheint mit der Entscheidung also zufrieden zu sein. Ausserdem ist er auch auf die Geschichte des Anlasses sehr stolz: In den 20 Jahren, in denen es existiert hat, habe das Street Music Festival immer für gute Stimmung gesorgt und den Besuchern einen ausgelassenen Abend beschert.

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