Bummeln zum Vergnügen und Gewinn; wie wunderbar doch der Müssiggang ist. Frönt man ihm, obschon man nicht darf (also etwa, wenn Sie eigentlich bei der Arbeit sein sollten), macht er besonders viel Spass. Wie wärs mit heute?

Folgen Sie der Aufforderung zum Nichtstun, der Verteidigung des Schwänzens! Denn etwas unerlaubtes Nichtstun bekommt Solothurn gut. Weil es Freiheit bedeutet: Die Freiheit, das volle Perron 1 während der Pendler-Rushhour, den Berufsverkehr auf der Gibelinstrasse und das Anstehen an der Kasse im Coop Westring einfach mal hinter sich zu lassen.

Schlendern Sie stattdessen mal wieder der Römerstrasse entlang Richtung Badi. Erfreuen Sie sich all der glücklichen Kindergesichter. Die Kleinen sind eben noch pflichtbefreit. Ihr einziges Ziel: «Es bitzeli bädele.»

Trödeln Sie über die Riedholzschanze. Der Anblick all der Pärchen, die dort oben auf den Bänkli sitzen und verliebt in den Sonnenuntergang grinsen, macht glücklich. Um nicht unter Voyeurismus-Verdacht zu geraten: Suchen Sie in den grossen Buckelquadern des Wehrturmes nach in den Jurakalk gehauenen Gesichtern. Das kann dauern.

Lustwandeln Sie durch die Verenaschlucht. Solange Sie noch können, denn vom 18. bis 29. Juni ist diese geschlossen (an den Wochenenden bleibt sie geöffnet, aber dann macht Müssiggang ja auch weniger Freude). Der Weg muss saniert werden. Diesen gibt es bereits seit mehr als 200 Jahren, damals schon lockte es die Stadtbewohner zur Naherholung in die Einsiedelei. Wer all die Gedenktafeln tatsächlich mal lesen will, lasse sich hierfür Zeit.

Promenieren Sie über unsere «Rue de Blamage». Leute beobachten, da ein «Hallo», hier ein «Hoi». Einen Sitzplatz finden Sie am beliebten Zeitvertreib-Landhausquai zu Stosszeiten (werktags etwa ab 17 Uhr, am Wochenende eigentlich zu jeder Tageszeit) sowieso nicht.
Trotten Sie durch die Rathausgasse, den Burrisgraben, die Löwengasse: kleine, feine Wege, die sich besonders gut als Grundlage für allerlei Gefühlsanwandlungen in Form von Flashbacks in mediterrane Gefilde eignen. Tun Sie, als ob Sie in den Ferien wären.

Dackeln Sie durch die Gurzeln- und Hauptgasse. Zumindest am Samstag während des Märets. Entziehen Sie sich des dichtestressigen Konsums an den Ständen und trinken Sie lieber einen Kaffee. Und überlegen sich schon einmal, wohin Sie als Nächstes flanieren.