Plakettbörse
Auf Raritätenjagd an der Fasnacht der Sammler

Im Museum Altes Zeughaus tauchten an der gestrigen Plakettenbörse der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) wieder einmal verschiedene Raritäten auf. Vor allem Blechplaketten aus den 30-Jahren waren gefragt.

Pius Rüegger
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Solothurner Zeitung

Ein Pensionär, der in seinem Keller aufräumte, stiess auf seltene, bei ihm etwas in Vergessenheit geratene Blech-Stücke aus den Jahren 1937 bis 1939. Zudem entschloss sich ein arrivierter Plakettenfachmann am Morgen der Börse kurzfristig ein ebenso rares, überzähliges Stück doch mitzunehmen. Die Blechplaketten aus den 1930er-Jahren fanden ihre neuen Besitzer kurz nach Börsenöffnung.

Ein Käufer ergatterte sich die 1937er-Vorstadt-, die blaue 1938er- und die orangefarbige 1939er-Plaketten, eine Käuferin ebenfalls das Vorstädter-Edelstück sowie die blauen und orangen 1939er. Rund eine Stunde später kam noch eine 1966er Silber und die letzte, noch nicht in eine Sammlung integrierte Kupferplakette aus einer Testserie aus dem Jahre 1968 hinzu. «Zu einem Vergleich mit den Blechigen wurden 20 Kupfrige hergestellt, die jedoch im Plakettenkatalog nicht aufgeführt sind, weil sie nie offiziell in den Verkauf gelangten», erklärt Ehren-Ober-Ober und Plakettenspezialist Walter Bohnenblust. Über die ausgehandelten Preise schweigt des Sammlers Höflichkeit.

Das Sammlergen vererbt

Für die Kupfer-Exklusivität ist die Erbfolge gesichert. Beatrice Krebs aus Luterbach, bereits vom Sammelvirus ihrer Mutter infiziert, hat dieses Gen ihrem Sohn Samuel weiter- vererbt. Der Elfjährige darf sich darauf freuen. Mit seiner Computer-Übersicht suchte er zudem konzentriert nach den ihm fehlenden rot markierten Plaketten. Stolz ist Samuel auf seine 1947er Alu und Gold wie Silber aus dem Jahre 1962. «Die meisten Plaketten kaufe ich mit meinem Sackgeld, oder ich lasse sie mir schenken», erzählt der Fünftklässler an der Börse.

Samuels Fasnachtsaktivitäten beschränken sich jedoch nicht aufs Plakettensammeln. «Dank meinem Onkel Marcel Collaud darf ich auch auf den Wagen der Sans-Gêne-Zunft Zuchwil», freut sich der junge Luterbacher auf die beiden grossen Umzüge.

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