Solothurner Wetter
Auf die hitzigen Pfingsttage folgten Blitz- und Donnerschlag

Der Juni 2014 wird als durchaus passabler Sommermonat in die Wetterannalen eingehen. Dafür sprechen auch die Daten: Der Monat war zu warm und zu trocken.

Wolfgang Wagmann
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Gewitter brachten am 10. Juni mit Blitzschlägen auch Stromausfälle in der Region mit sich.

Gewitter brachten am 10. Juni mit Blitzschlägen auch Stromausfälle in der Region mit sich.

Felix Gerber

19,2 Grad – dieser Monatsdurchschnitt, rund 1,5 Grad wärmer als das langjährige Mittel – sind zwar nicht die sagenhaften 23,7 Grad des verrückten «Jahrtausendsommers» 2003. Aber auch nicht die bloss 16,6 Grad des «Sommers» 2001 oder die 17,5 Grad im Vorjahr. Für den Wärmeüberschuss sorgten allerdings nur wenige Hitzetage über Pfingsten hinaus. Genauso erging es der Niederschlagsstatistik: Einige intensive Regenstunden sorgten für das Gros der bescheidenen Monatsmenge von 84 Litern pro Quadratmeter in Solothurn und 94,2 Litern im Wallierhof Riedholz.

Hitze statt Schafskälte

Der Monat startete wechselhaft und eher kühl. Doch diesmal hielt der Juni für alle Baderatten eine angenehme Überraschung parat: Statt der sonst üblichen Schafskälte in der zweiten Juniwoche gabs ausgerechnet auf Pfingsten hin ein markantes Hitzehoch, das die Tageshöchstwerte auch in Solothurn über die 30-Grad-Marke trieb und die Aare bei 19 Grad erstmals «badefähig» machte.

Schon am Pfingstmontag zogen erste Gewitter auf, doch erst am darauffolgenden Dienstag, dem 10. Juni, entlud sich ein blitzreiches Donnerwetter auch über Solothurn. Dies war jedoch nur der Auftakt zu einer zwölftägigen Schönwetterphase, die – garniert mit der aufdrehenden Bise – allerdings kaum mehr Badetage brachte. Meist lagen die Tagesmaxima bei 22 bis 24 Grad und der starke Wind trocknete die Böden zusätzlich zur Höchsteinstrahlung der Sonne aus.

Ehe es jedoch wirklich kritisch wurde, brachte just nach dem erneut vom Wetterglück begünstigten Märetfescht die erste echte Kaltfront im Juni Regen, Hagel, Blitz und Donner.

Sintflutartiger Regen führte zu Rekordmengen. In Solothurn gingen allein in 24 Stunden über 50 Liter pro Quadratmeter nieder. Nochmals rappelte sich der Sommer auf, ehe es am letzten Wochenende erneut mit Gewittern und dem Einbruch kühlerer Luft Richtung Schönwetterpause ging.

Und der Siebenschläfer?

Eher kühles, wechselhaftes, ja Regenwetter ist Anfang Juli ein fester statistischer Wert. Immerhin läuft der Trend auf wärmer werdende, aber instabil bleibende Verhältnisse hinaus. Auf Mitte nächster Woche könnte sich das Azorenhoch bis zu uns vorschieben, aber grundsätzlich bleibt es bei einer Wettergrenze in Deutschland: oben mies, unten fies, weil eher wechselhaft und unberechenbar.

Übrigens: der berühmte Siebenschläfertag, der sieben Wochen Regen bringt wenn er nass verläuft, hilft für Sommerprognosen noch wenig. Der alte Siebenschläfertag nach dem julianischen Kalender war am 27. Juni. Der war trocken und meist sonnig. Die Wetterbeobachtungen reichen weit vor die Zeit der Kalenderreform zurück, haben also für den 27. Juni eine gewisse Aussagekraft behalten. Ansonsten wäre der «neue» Siebenschläfertag der kommende Montag, 7. Juli. Also aufgepasst, was sich dann tut . . .