Solothurner Fasnacht
Auf der Tribüne wurde jede Gruppe euphorisch begrüsst und beklatscht

Das Publikum klatschte und jubelte am Solothurner Fasnachtsumzug. Mit ihm die Vorstadtzunft, die, wie erhofft, mit ihrer Tribüne auf dem Dornacherplatz viele Fasnächtler glücklich machte.

Katharina Arni-Howald
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Die volle Tribüne auf dem Dornacherplatz. Und auch ringsherum war einiges los.

Die volle Tribüne auf dem Dornacherplatz. Und auch ringsherum war einiges los.

Oliver Menge

«Alle 520 Plätze gingen bereits im Vorverkauf weg», strahlte Eventmanager und Speaker Harri Kunz, nachdem der Wagen des Hauptgassleists als letzter in die Berntorstrasse abbog und sich die Tribünenzuschauer langsam von ihren Sitzen erhoben. Unten wälzte sich eine schier unglaubliche Menschenmenge durch die Strasse, und jemand sagte: «So viele Menschen habe ich an der Fasnacht hier noch nie gesehen.»

Wer noch nicht nach Hause gehen wollte gönnte sich in der von der Zunft aufgestellten Festwirtschaft noch ein Glas Weisswein oder ein Bier.

Wahrscheinlich hatten es sich die Organisatoren nicht träumen lassen, dass ihr Projekt einen derartigen Erfolg haben wird. Eine Frau hielt einen mit der Umzugsverordnung bedruckten Klatschfächer in die Höhe und schwärmte: «Es war wunderschön den Umzug von hier oben betrachten zu können.» Dass es mit der Zeit auf den Stühlen etwas kühl wurde, war bald vergessen. Zu schön war die Stimmung, die von Harri Kunz pausenlos angeheizt wurde.

Welche Gruppe auch immer, sie wurde euphorisch begrüsst und beklatscht. Es folgten Standing Ovastions und Wellen, die die Zuschauer am Strassenrand mit dem gleichen Enthusiasmus mitmachten. Schliesslich war man, ob oben oder unten, eine eingeschworene Gemeinschaft.

«Man muss die Leute abholen und animieren», war der Eventmanager überzeugt. Nicht minder kamen die Geschichte über das Entstehen der Solothurner Fasnacht und die Jahrhunderte überdauernden Regeln an. Doch nicht nur das hatte der Urfasnächtler Fritz Rickli minutiös studiert. Er besuchte im Vorfeld die am Umzug teilnehmenden Zünfte und Guggemusigen einzeln und gab die Infos an die Zuschauer weiter.

Auch Regierungsrat Roland Fürst nahm auf der Dornacherplatz-Tribüne Platz.

Auch Regierungsrat Roland Fürst nahm auf der Dornacherplatz-Tribüne Platz.

Oliver Menge

Stolz waren die Organisatoren auch, dass sie nicht nur älteren Menschen auf der Tribüne einen Platz anbieten konnten, sondern auch den Rollstuhlfahrern auf einer Fläche in der Front. «Wir sind überzeugt, dass wir viele behinderte Menschen glücklich machen konnten», war Mitinitiant Kurt Füeg überzeugt.

Und wie geht es weiter? Reto Huber von der Vorstadtzunft zögert nicht mit einer Antwort: «Wir haben einen 3-Jahres-Plan. Danach werden wir entscheiden, ob die Tribüne für die Solothurner Fasnacht eine Bereicherung ist und wir weiterfahren wollen.» Denn klar ist: «Wir wollen uns nicht bereichern, aber die Rechnung muss am Ende null zu null aufgehen.» Nach dem Erfolg im ersten Jahr stehen die Chancen gut, dass es auch nach drei Jahren eine Tribüne in der Vorstadt geben wird.

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