In knapp zwei Monaten tauchen die Drahtesel und ihre «Reiter» wieder in den Schanzengraben ein – und damit in eine besondere Stimmung: Die Bike Days bescheren der Stadt vom 4. bis 6. Mai in vierter Folge einen vielseitigen Rummelplatz, auf dem alles ins Rollen kommt, was zwei Räder hat. Dabei lässt sich der Anlass aus zweierlei Perspektiven betrachten: aus jener des ehrgeizigen Sportgeists oder aus jener des puren Vergnügens. Und beide Bedürfnisse versucht das nationale Velo-Festival abzudecken- mit einem ausgebauten, ausgewogenen Angebot.

Temporeiches Mini-Velodrom

Gerade für die sportlich eifrige(re) Zielgruppe hält die Liste der Neuerungen auch dieses Jahr einige Überraschungen bereit: Das so genannte Mini Drome kommt heuer in der Reithalle zum Einsatz - schweizweit ein Debüt. Die Rundrennbahn im Kleinstformat wurde 2010 in London vorgestellt und stellt besonderen Herausforderungen an die Koordination und Energieeinteilung des Sportlers. Zuviel an Schwung und Tempo wirft den Fahrer ebenso aus der Bahn wie zu wenig davon. In Solothurn startet schliesslich auch die Mini Drome Open, eine dreitägige Rennserie, die anschliessend nach Luzern und Basel weiterzieht.

London 2010: Das weltkleinste Velodrom

BMC Racing Cup als altbewährter Höhepunkt

Auch «meh Dräck» dürfte es anlässlich der Bike Days 2012 geben. So wird der Dirtjump, also die Sprungrennen über Hügel, erstmals mit echtem Dreck statt «nur» mit Holzelementen vonstatten gehen. Damit will sich das Organisationskomitee auch für die Weltelite in dieser Disziplin beliebt machen. Gleichermassen, wie sich diese schon im Bereich Flatland (Veloakrobatik auf flachem Boden) jährlich anlässlich der Bike Days einfindet.

Tricks aus der Bike-Disziplin Dirtjump

Zudem ist Solothurn neu auch «Boxenstopp» für die Freeride Mountain Bike World Tour. Als ein bewährter unter vielen Höhepunkten sticht auch heuer der BMC Racing Cup heraus, der sich in einem Rundkurs bis in die Martinsflue zieht.

Bike Days 2011 – Racer Bikes Cup Elite Frauen

Ein buntes Rahmenprogramm

Doch man kann sich dem Thema Velosport auch auf eine gemächliche Art annähern, wie die andere Seite der Bike Days zeigt. So widerspiegeln sich auch die aktuellen Trends der Bike-Industrie und des Fahrrad-Markts. Gerade punkto Gemächlichkeit guten Zulauf dürfte das E-Bike-Village auf der Chantierwiese geniessen. Zusammen mit Produkten, die eher auf die reine menschliche Muskelkraft abzielen, umfasst der Angebotsfächer schon jetzt rund 100 angemeldete Aussteller mit über 300 Marken. Entsprechende Gelegenheiten, Velos zu testen, runden auch in diesem Jahr das Gesamtbild ab. Mit dem Springride schliesslich wird auf nicht ganz alltäglichen fahrbaren Untersätzen dem Langsamverkehr gehuldigt.

Doch auch abseits vom Sattel wartet ein reichhaltiges Programm, das von Workshops über Filmaufführungen und Partys bis hin zu Aktivitäten für die eher jüngeren Bike-Days-Besucher reicht. Gerade auf Kinder und Jugendliche warten nämlich eigene Parcours- und Wettkampfangebote. Gross und Klein wird sich damit an dieser «Gross-Chilbi der Drahtesel» auf vielfältige Weise die Zeit vertreiben können.