«Wale beobachten, das bedeutet in erster Linie, dass man viele Stunden auf das Wasser starrt und einfach wartet», sagt Ursula Tscherter und projiziert dazu einige Bilder von endlosen Wasseroberflächen an die Leinwand. Warten? Das scheint nicht gerade das zu sein, was die Teilnehmer des Ferienpass-Kurses «Die faszinierende Welt der Wale und Delfine» tun wollen. Aber die Meeresbiologin will damit aufzeigen, was es bedeutet, die Riesen der Meere zu erforschen.

«Wer hat denn alles schon einen Wal oder einen Delfin gesehen?», fragt sie in die Runde. Einige Hände schnellen in die Höhe. Die Schüler wissen auch schon einiges über die Tiere. Beispielsweise, dass bestimmte Wale Schallwellen aussenden, um ihre Beute zu orten. Ursula Tscherter erzählt aber noch viel mehr spannende Fakten über die Meeressäuger.

Zum Beispiel, warum denn Wale überhaupt so spektakulär aus dem Wasser springen: «Einerseits machen die Wale das aus purer Freude. Andererseits kann das auch sein, um einen Rivalen einzuschüchtern oder um einem Weibchen Eindruck zu machen», erklärt Tscherter. Sie beschreibt die Jagdtechniken der Wale oder wie unterschiedlich Wale und Delfine schlafen.

Delfine beispielsweise schlafen immer nur mit einer Hirnhälfte, die andere bleibt wach. «Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal daran gedacht, zu atmen?» fragt Tscherter und erntet damit fragende Blicke. Das sei nämlich einer der grossen Unterschiede zu uns Menschen, sagt sie. Ein Wal müsse immer daran denken, dass er zur Wasseroberfläche gelangen muss, um wieder Luft zu holen. Das können die Ferienpässler dann auch gleich selber testen: Sie müssen verschiedene Aufgaben lösen und dabei die Luft anhalten. Gar nicht so leicht.

Ein Highlight ist ein zweidimensionaler Schwertwal aus Stoff. Ist der denn wirklich so gross? «Ja, das ist die exakte Lebensgrösse», bestätigt Tscherter. Alle Ferienpässler finden darauf der Länge nach ausgestreckt Platz. Ganz schön gross und faszinierend, so ein Wal.