Solothurn
Auch die Einsiedelei hat einen «Walk of Fame» – mit 11 verewigten Persönlichkeiten

An den 2014 verstorbenen Historiker Paul L. Feser erinnert in der Einsiedelei neu eine Gedenktafel.

Wolfgang Wagmann
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Historiker Paul L. Feser erhielt eine Gedenktafel in der Einsiedelei.
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BIldhauer Til Frentzel enthüllt die von ihm geschaffene Gedenktafel an Paul L. Feser.
Der idyllische Platz, wo die Gedenktafel über dem Verenabach angebracht ist.
35 Jahre präsidierte Paul L. Feser die von ihm gegründete Einsiedeleikommission.
Für die Einsiedelei und ihre Bauten setzte sich Pual L. Feser unermüdlich ein.
Max Flückiger und Paul Fesers alter Weggefährte Victor Schubiger.
Auch Einsiedler Michael Daum (rechts) war unter der Gästeschar.
Paul L. Feser Der am 17. Mai 1934 geborene Paul L. Feser wirkte als Historiker, Publizist und Bewahrer von alten Bauten. Er rettete nicht nur den «Bären» vor dem Verfall, kümmerte sich Jahrzehnte um die Einsiedelei und verfasste viele kulturhistorische Werke. Er starb am 24. März 2014. (ww)
Spatenstich zum Hotel Bären 2004 mit (v. l.) Paul Feser, Rosmarie und Oswald Blaesi.
Spatenstich zm Hotel Bären 2004 mit (v. l.) Ivo Bracher, Paul Feser und Erich Bernhard.
Das Hotel Bären im Herbst 2006.

Historiker Paul L. Feser erhielt eine Gedenktafel in der Einsiedelei.

Wolfgang Wagmann

Am Samstag jährt sich zum vierten Mal sein Todestag, und nun ist Paul L. Feser eine seltene Ehre widerfahren: Eine steinerne Inschrift erinnert in der Verenaschlucht an den grossen Förderer und Bewahrer der Einsiedelei.

Sein Erbe verwaltet der Solothurner Anwalt Max Flückiger, der als Präsident der von Feser gegründeten Stiftung für die Wiederherstellung solothurnischer Baudenkmäler eine grosse Gästeschar zur Enthüllung der Gedenktafel begrüssen konnte. «Er ist nicht immer pflegeleicht gewesen», erinnerte Flückiger an den oft unbequemen Mahner, der sich für seine Heimat Solothurn an vielen Fronten eingesetzt hatte.

Der «Walk of fame»

Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger fragte nach dem Unterschied zwischen Hollywood und der Verenaschlucht. «Es gibt keinen», denn beide hätten einen «Walk of Fame». Der in Hollywood zähle 2700 Sterne für Filmstars, «In der Verenaschlucht sind aber bis jetzt erst zehn Persönlichkeiten verewigt worden, die letzte 1902.» Paul L. Feser sei – passend zu ihm – die 11. Persönlichkeit, die in der Schlucht verewigt wird.

Paul L. Feser Der am 17. Mai 1934 geborene Paul L. Feser wirkte als Historiker, Publizist und Bewahrer von alten Bauten. Er rettete nicht nur den «Bären» vor dem Verfall, kümmerte sich Jahrzehnte um die Einsiedelei und verfasste viele kulturhistorische Werke. Er starb am 24. März 2014. (ww)

Paul L. Feser Der am 17. Mai 1934 geborene Paul L. Feser wirkte als Historiker, Publizist und Bewahrer von alten Bauten. Er rettete nicht nur den «Bären» vor dem Verfall, kümmerte sich Jahrzehnte um die Einsiedelei und verfasste viele kulturhistorische Werke. Er starb am 24. März 2014. (ww)

Oliver Menge

Das geschehe nur, wenn jemand der Einsiedelei und der Schlucht wirklich wertvolle Dienste erwiesen habe, so Wyniger. 1977 als überparteilicher Bürgerrat gewählt, habe Feser ein Jahr später die Einsiedeleikommission gegründet und 35 Jahre lang präsidiert. «In dieser Zeit hat er sich mit riesigem Engagement, mit Herzblut und Hartnäckigkeit für die Erhaltung und den Schutz von Kultur und Natur in der Einsiedelei und Verenaschlucht eingesetzt.»

Zwei Stadtfeste, durch Paul L. Feser organisiert, brachten der damals klammen Bürgergemeinde 1,5 Mio. Franken für den Einsiedelei-Unterhalt, weitere Gelder sammelte er im Vorstand der Gesellschaft von der Einsiedelei St. Verena. Und wichtig sei er als Autor nicht zuletzt wegen des 50-seitigen «Führers durch die Einsiedelei St. Verena» für die Bürgergemeinde geworden. «Ich bin überzeugt, dass es heute und wohl auch noch in den nächsten 100 Jahren niemand mehr verdient hat als Paul L. Feser, hier eine Gedenktafel zu bekommen und in seiner geliebten Einsiedelei verewigt zu werden!», schloss Wyniger.

Victor Schubiger lieferte einige Anekdoten zu seinem Schulfreund mit dem Verbindungsnamen «Glob». Ein «sentimentaler Romantiker» sei er gewesen, der mitunter in langwierigen Kämpfen erfolglos geblieben sei – zum Beispiel um zwei Statuen von St. Urs und Victor. Dazu informierte Schubiger, dass die Bürgergemeinde Solothurn aus dem Nachlass Fesers in den Besitz vieler Dokumente gelangt sei, die noch professionell gesichtet werden müssten, um sie öffentlich zugänglich machen zu können.

Auf dem Rückweg aus der Schlucht wurde ein anderes, für Paul Feser wichtiges Vermächtnis angesprochen: Sein schriftlich festgehaltener Wunsch, dass das Alte Berntor rekonstruiert und wieder aufgebaut werde. Darauf Nachlassverwalter Max Flückiger. «Wir werden hartnäckig an seinem Anliegen dranbleiben.» Der neben ihm gehende Denkmalpfleger Stefan Blank hüllte sich nur in vielsagendes Schweigen...