Der Kanton eröffnet am 16. November 2011 die Zivilschutzanlage an der Schöngrünstrasse in Solothurn für die Unterbringung von Asylsuchenden. Die Räumlichkeiten befinden sich direkt neben dem unterirdischen Operationssaal des Bürgerspitals und sollten Platz für ungefähr dreissig bis fünfzig Personen bieten. Damit werde auf die hohe Auslastung in den Zentren in Selzach und auf dem Balmberg reagiert. Das zeigen Recherchen der az Solothurner Zeitung.

Spital weiss von nichts

Nicht informiert ist bisher das Bürgerspital Solothurn. Man habe keine Kenntnis von der Unterbringung, heisst es auf Anfrage. Die Kantonalbehörden wollten anscheinend erst nächste Woche informieren. Aufgrund des Behördenlecks sah man sich aber dazu gezwungen, schon heute Freitag alle Medien zu informieren.

Die Mitteilung vom Mittag bestätigt nun die Recherchen. So sieht sich das Amt für soziale Sicherheit gezwungen, die «Kapazitäten zu erhöhen». Die Rückführungen würden so langsam dauern, dass ein Rückstau von Personen in den kantonalen Durchgangszentren entstehe. Die Unterbringung sei nur eine zeitlich beschränkte Massnahme, sagt der Kanton. Die operative Betreuung der Unterkunft wird der ORS Service AG übertragen, welche schon die Durchgangszentren Selzach, Balm bei Günsberg und Oberbuchsiten betreue.

200 Personen mehr im Kanton Solothurn

Dem Kanton Solothurn werden gemäss Verteilschlüssel 3,5 Prozent der asylsuchenden Personen der Schweiz zugewiesen. Im laufenden Jahr mussten so 555 Personen von Kanton und Einwohnergemeinden aufgenommen worden. Das sind rund 200 Personen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.  (lfl/san)