Solothurn
Armeepistole und Tasche mit Schmuck landeten gleich bei der Polizei

Drei Mulden Eisen und Glas wurden am Wassertag aus der Aare bei Solothurn gezogen. Das ist etwas weniger als vor zwei Jahren. 21 Taucher standen im Einsatz.

Katharina Arni-Howald
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Taucher fischen Verkehrsschilder aus der Aare
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Wassertag in Solothurn
Fundsachen

Taucher fischen Verkehrsschilder aus der Aare

Christoph Neuenschwander

Die Nachmittagshitze des Spätsommers drückt auf den Kreuzackerplatz. Die meisten Leute haben sich in ihre Häuser verzogen oder geniessen am und im Wasser den Samstagnachmittag. Unter schützenden Zeltdächern und an kleinen Tischchen wird in kleineren und grösseren Behältern Wasser in allen Varianten angeboten. Unter den Platanen vergnügen sich Männer mit ihren Boule-Kugeln und Kinder kreischen beim Eintauchen in das kühlende Nass des Gewerbeschulbrunnens. Ohne Wasser geht an diesem heissen Tag nichts.

Marc Luder, leidenschaftlicher Schnorchler und Mitinitiator des zum zweiten Mal stattfindenden Wassertages, stört die Ruhe auf dem Platz nicht. «Wir freuen uns über die familiäre Grundstimmung und die interessierten Leute, die den Platz vor allem über die Mittagszeit bevölkert haben», sagt er. Manchmal stehen ein paar Organisatoren beisammen und erinnern sich an den ersten Wassertag, an dem es wie aus Kübeln gegossen hat.

Die Geschichte, wie es überhaupt zum Wassertag kam, ist rasch erzählt. «Wir sassen im Sommer immer im «Landhüsli» zusammen und sahen all die Flaschen und Gläser, die die Leute in die Aare geworfen hatten», erinnert sich Marc Luder. Schliesslich sei es zur Gründung des Vereins «maare» gekommen, der auch Gleichgesinnte anzog. Gerne würde der Verein am Wassertag mit mehr Attraktionen und Hinguckern aufwarten, wenn nicht das Geld und die Sponsoren fehlten. So muss man sich einstweilen nach der Decke strecken, und die Leute mit «feinen Dingen anlocken.»

Armeepistole und Schmuck

Ein Glücksfall war allerdings der Zusammenschluss mit dem Tauchclub Solothurn, der zu einer Win-win-Situation geführt hat. Drei Mulden auf dem Platz – zwei für Eisen und eine für Glas – sind um drei Uhr nachmittags prall gefüllt mit rostigen Fahrrädern, schmutzigen Verkehrsschildern und Glasbehältern aller Art.

Nicht etwa Bier-, sondern Ice-Tea-Gläser belegen den ersten Platz. Unter den Fundgegenständen erregte vor allem eine Armeepistole und eine Tasche mit Schmuck die Gemüter. Beides wurde von der Polizei abgeholt.

Tauchen nicht überall erlaubt

Um drei Uhr haben sich die Taucher bereits in die Hafenbar zurückgezogen und geniessen ein Feierabendbier. «Im Einsatz standen 21 Taucher», erzählt Urs Jenni und ist froh, dass alles gut gelaufen ist und es zu keinen Zwischenfällen kam. Der technische Leiter des Clubs räumt aber auch ein, dass noch massenhaft Material auf dem Aaregrund läge, die Tauchzeit aber aus physischen Gründen jeweils beschränkt sei.

Auch die Tatsache, dass der Tauchclub nach wie vor nicht tauchen darf, wo die Bielersee-Schifffahrt verkehrt, beschäftigt Jenni: «Schwimmer und Schlauchbootfahrer lässt man gewähren, obwohl die ausgebildeten Taucher die Motorengeräusche viel früher erkennen und entsprechend reagieren können.» Diese Ungerechtigkeit wird gerade bei der Entrümpelung zum Thema: «Was wir mit der Entrümpelung leisten, beläuft sich auf einen Gegenwert 15 000 bis 20 000 Franken, aber von der Stadt erhalten wir kein Merci.»