Architekturforum

Architekturforum richtet den Blick auf sich selbst

© Hansjoerg Sahli

Seit 1996 gibt es die Institution im Touringhaus. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens stand diese nun selber im Mittelpunkt des Gesprächs am Salvisbergtisch.

Obwohl vom Thema her unspektakulär, konnte Präsident und Referent Thomas Steinbeck eine interessierte Schar von Zuhörenden begrüssen. Da Steinbeck beabsichtigt, an der nächsten Generalversammlung als Präsident zurückzutreten, ist sein Rückblick auch weitgehend ein persönlicher.

Denn er hat, zusammen mit dem Vorstand, die Aktivitäten des Forums wesentlich geprägt. Am Anfang stand der Touringhaus-Klub mit dem Ziel, zum Unterhalt und zur Belebung des unter Denkmalschutz stehenden Touringhauses beizutragen.

Mit der Fertigstellung der Renovation des Hauses 1997 entfiel ein Teil dieses Vorhabens, und der Vorstand konzentrierte sich auf Architekturvermittlung und Austausch unter Architekten und Interessierten. Die Statuten wurden entsprechend geändert.

Waren es anfänglich Vorträge von Star-Architekten wie Luigi Snozzi oder Mario Botta, welche die Säle zu füllen vermochten, besann man sich bald auf einheimische Referenten wie Professor Franz Füeg, welcher sein Referat 1997 mit den Worten begann: «Wenn ich ankomme, rieche ich die Stadt.»

1998 begab sich Stefan Sieboth auf die Suche nach der Landschaft. Seine Aussagen haben nach wie vor Gültigkeit, denn die «Verhäuselung» des Landes ist unbegrenzt fortgeschritten. Ein Jahr später sprach der Dozent an der Fachhochschule Burgdorf über Fragen der Architektur und der Ausübung der Bau-Kunst.

Nicht einfach nur Architektur

Der Vorstand und insbesondere Thomas Steinbeck waren und sind ganz allgemein kulturinteressiert. Deshalb wurde der Raum im Touringhaus auch für Ausstellungen zur Verfügung gestellt.

So fand im Jahre 2000 eine Ausstellung über den Bau der Reformierten Stadtkirche statt unter dem Titel «Vom Entwurf zum Denkmal». Ferner hat das Architekturforum auch Bücher herausgegeben, so zwei gut recherchierte Werke von Roland Wälchli.

Zweimal hat das Architekturforum auch Theater produziert. Nicht zu vergessen ist die gut bestückte Bibliothek, welche vor allem von Studenten genutzt wird.

Bis 2004 waren die Anlässe punktuell. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Gespräche am Salvisbergtisch eingeführt, um jeweils einen fixen Termin für Referate und Begegnungen zu haben.

Neue Wege?

«Man muss vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben», ein Zitat des Architekten Hans Zaugg hat Steinbeck an den Anfang seines Referates gestellt. Der Vizepräsident, Daniele Grambone, ist als Steinbecks Nachfolger vorgesehen.

Er ist jung und mit ihm wird sich auch der Vorstand verjüngen. Allerdings liess Grambone sich nicht in die Karten blicken, sondern bemerkte lediglich, dass viele Ideen vorhanden sind. Aus den Reihen des Publikums wurde darauf hingewiesen, dass das Forum vermehrt auch als Diskussionsort genutzt werden sollte, an welchem unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen dürfen.

Vor allem wird als wichtig erachtet, dass Themen zur Sprache kommen, welche die Leute – also nicht nur die Architekten – beschäftigen. Es herrsche manchmal etwas zu sehr Konsenskultur.

Die Beiträge in der Lokalpresse führen dazu, dass die breite Öffentlichkeit über aktuelle Themen aus architektonischer Sicht Bescheid weiss. «Der Austausch gegen innen und aussen muss erhalten bleiben.» Dann könne das Architekturforum weitere 20 Jahre wirken.

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