ArteSol
Arbeiten zwischen Figuration und Abstraktion

In der Galerie ArteSol im Vigierhof harmonieren die neuen Arbeiten von Julia Rotella und Manfred Fuchs in der Spannung zwischen Figuration und Abstraktion.

Hans R. Fröhlich
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Julia Rotella und Manfred Fuchs mit ihren Arbeiten.

Julia Rotella und Manfred Fuchs mit ihren Arbeiten.

Hans Ruedi Fröhlich

In seiner vierten Ausstellung mit neuen Arbeiten in Eitempera-Öl auf Leinwand bei ArteSol verschiebt Manfred Fuchs seine teils collageartig dargestellte Motivwelt von den Landwirtschafts- und Industrielandschaften in die Wasserlandschaften der Uckermark östlich von Berlin.

Jene noch ganz in der Bildsprache der Kinderwelt gehaltenen Arbeiten entfernen sich nun von spontaner Erkennbarkeit hin zu Form- und Farbkompositionen. In seinen Wasserlandschaften schafft es Fuchs, Landschaft ohne Land zu schaffen. Dies geschieht, indem er den Bildgegenstand, hier einschliesslich Blattnervatur symbolisch dargestellte Wasserpflanzen, bis zur Bildformatgrösse heranzoomt.

In einem weiteren Schritt erreicht Fuchs, dass er durch diese Reduktion zu einer kleinen Wasserfläche diese in einen farblich homogenen randfüllenden Bildgrund verwandelt. Damit wird es auch möglich auf diesem irgendein Bildgeschehen in variierender Abstraktion abspielen zu lassen, diesen völlig zu verdrängen, bis weder Wasser noch Landschaft erkennbar ist. Der in Kassel geborene Künstler hat nach der Ausbildung zum Ingenieur für Umwelttechnik ab 1987 an der HDK Berlin Bildende Kunst studiert und den Status des Musterschülers erreicht.

Verarbeitete Erinnerungen

Die Sicht in der Bildwelt der Malerin Julia Rotella ist ganz rückwärts in ihre Jugendzeit gewandt. In ihren Bildern verarbeitet sie das ganze Spektrum ihrer Jugenderinnerungen. Auf mittelgrossen Exponaten erscheinen Küchenszenen, in Linien gesetzte Landschaften und Begebenheiten. Zirkusszenen und Tiergestalten erinnern an Darstellungen von Marc Chagall, eines ihrer Vorbilder. Auch ihre sphärischen fast überirdischen Arbeiten erinnern an sein Werk. In grösserem Format eine auf Ockergrund plakatartige Darstellung des Menschen, abstrahiert mit verfremdeten Muskeln und Knochen. Am oberen und unteren Rand mit Fantasieschrift versehen.

Dazu im Gegensatz figurativ eine Karusselldarstellung, welche den Betrachter an seine eigene Kindheit erinnert. In anderen Arbeiten spielt Julia Rotella mit Symbolen im Sinne von «être und paraître».

Indem sie beispielsweise den siebenarmigen Leuchter nur skizzenhaft und zur Hälfte andeutet, thematisiert sie auf diese Weise die jüdische Abstammung ihrer Mutter, deren Vater mit Familiennamen Strugatz im Jahre 1910 von Russland nach Argentinien ausgewandert ist. Dort in Tucuman aufgewachsen, lebt die Künstlerin erst seit dem Jahr 2000 in Lausanne, wo sie ihr Kunststudium abgeschlossen hat. Ausstellungstätigkeiten verzeichnet sie in Frankreich, Spanien und Japan.

Öffnungszeiten: Mi/Do/Fr, 14.30– 17.30 Uhr, Sa, 11–16 Uhr. Finissage: Sa, 31. Oktober, 11–16 Uhr.

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