Im Namen einer Fasnachtszunft lebt er fort, und eine Bank in der Verenaschlucht trägt seinen Namen: Hudibras, alias Franz Josef Gassmann (1755 bis 1802). Gassmann war als Verleger, Drucker und Journalist einer der wichtigsten Vertreter der Ideen der Aufklärung in Solothurn. Sein Pseudonym Hudibras stammt von einer literarischen Figur aus einem satirischen Heldenepos des englischen Schriftstellers Samuel Butler. Nach über 230 Jahren stehen die ersten Solothurner Zeitungen, die auf den Spiritus Rector zurückgehen, nun digital und gratis zur Verfügung.

Gassmann gab zwei der frühesten Wochenzeitungen in Solothurn heraus. Zuerst, von 1788 bis 1794 das «Solothurn(er)ische Wochenblatt», dann von 1797 bis 1798 den «Helvetischen Hudibras». Beide boten eine Mischung verschiedener Beiträge: einen Service-Teil mit praktischen Hinweisen auf Versteigerungen, Angaben über aktuelle Lebensmittelpreise und ein Feuilleton mit Betrachtungen zu politischen, philosophischen und historischen Themen, oft mit einem satirischen Unterton. Gassmann stand den Ideen der französischen Revolution nahe, wovon der «Hudibras» zeugt. Deshalb musste er sich stets in Acht nehmen, es sich mit der weltlichen und geistlichen Obrigkeit nicht zu verderben. 1798, unmittelbar vor dem Franzoseneinfall wurde er als einer der sogenannten Patrioten festgesetzt, um dann von den Franzosen wieder freigelassen zu werden.

Fortan veröffentlichte er als «Bürger Gassmann» eine Reihe von Schriften, in denen er den politischen Errungenschaften und Protagonisten der Helvetischen Republik huldigte, so etwa eine «Freyheits-Ode» oder «Solothurns Glückwunsch auf die in Arau getroffene Wahl des Bürgers Direktors Urs Viktor Oberlin», die ebenfalls aufgrund der finanziellen Unterstützung der Freunde der Zentralbibliothek digitalisiert werden konnten. (mgt)

Das «Wochenblatt» und der «Hudibras» sind auf der Plattform www.e-periodica.ch der ETH-Bibliothek frei abrufbar, die beiden anderen Schriften aus der Helvetik auf e-rara.ch.