Konzertreise

Applaus im Petersdom: Singknaben begeistern in Rom

Die Solothurner Singknaben besuchten auf ihrer Tour auch Kardinal Kurt Koch. Auf ihrer Reise durften die jungen Sänger viele berühmte Kirchen besuchen und auch das Vergnügen kam nicht zu kurz.

Die diesjährige Konzertreise führte die Singknaben ein weiteres Mal nach Italien. Bereits 2011, 2005 und 2000 hatten sie das Land bereist. Am Freitag vor einer Woche startete die Tournee mit dem Reisebus. Die erste Reiseetappe führte über 545 Kilometer nach San Marino bei Bologna.

Dort gab der Chor am selben Tag sein erstes Konzert. Der Publikumsauflauf sei gross gewesen, erklärt Andreas Reize, Dirigent der Solothurner Singknaben: «Wir hatten das Gefühl, das ganze Dorf sei auf den Beinen gewesen.» Am folgenden Tag ging es dann bereits weiter.

Grosser Erfolg im Petersdom

Nach einem kurzen Aufenthalt in Florenz folgte das grosse Ziel der Reise: Rom, die Ewige Stadt. Die 36-köpfige Truppe besuchte Kardinal Kurt Koch und sang in einem seiner Gottesdienste in der Kardinalskirche Santuario di Nostra Signora del Sacro Cuore an der wunderschönen Piazza Navona. Der Kardinal war sichtlich berührt und begrüsste jeden Sänger persönlich.

Die gute Akustik des Gotteshauses wusste der Knabenchor zu nutzen, jeder gab Vollgas beim Singen. Der frühere Bischof von Basel gestand, dass er beim Gesang der Singknaben Heimweh verspürt habe. Im Anschluss durften ihm die grossen und kleinen Sänger Fragen stellen, die sie sich im Voraus ausgedacht hatten.

Danach stand ein Pizzaessen mit dem Kardinal auf dem Programm. Natürlich durfte auf einer Konzerttournee nach Rom eines nicht fehlen: ein Auftritt im Petersdom. Die Messe dauerte 40 Minuten. Der Chorleiter wurde zuvor genau instruiert, in welchem Rhythmus alles zu funktionieren habe. Auch diese Herausforderung meisterten die Kinder und jungen Männer gekonnt.

«Wir erhielten sogar einen Applaus im Petersdom», erzählt Dirigent Reize. Dies sei dann doch ziemlich unüblich. Am Montag blieb der Gesangstruppe auch noch Zeit das antike Rom zu erkunden. Teil des Programms waren ein Besuch des Kolosseums und des Forum Romanum. Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Rom ging es weiter nach Macerata.

Dort besuchten sie das Kloster Abbadia di Fiastra. Beim Konzert am Abend fanden die Chorknaben – wie in Bologna – eine voll besetzte Kirche vor. Die Weiterreise stand schon am nächsten Tag an. Unterwegs reichte die Zeit für einen kurzen Zwischenhalt in der toskanischen Stadt Siena. Am Mittwochabend folgte dann ein Konzert in Scansano, am Donnerstag gastierten die Sänger in Landriano. Beim letzten Auftritt konnten die Singknaben mit dem Lied «Signore delle Cime» einen grossen Erfolg verbuchen. Einige Tränen hätte das Publikum vergossen. «Manche Leute haben sogar mitgesungen», verrät Reize.

Am Freitagabend trafen die Sänger wieder in Solothurn ein. Während der gesamten Reise haben die Singknaben 2360 Kilometer mit dem Autobus zurückgelegt. Müde seien sie nicht, meint Sänger Daryn Thomas. «Wir haben im Car ein wenig geschlafen», erzählt er. Reiseleiter Daniel Aeschlimann war da schon mehr erschöpft: «Es war eine grosse Herausforderung. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist.»

Manche Jungs seien etwas heiser. Die Stimmbänder können sie die nächsten zwei Wochen während der Herbstferien jedoch etwas ruhen lassen. Und dann geht es sofort wieder los mit den Proben für das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

Meistgesehen

Artboard 1