Jesuitenkirche

«Apfelklau»: Motiv unerklärlich - Goldwert liegt bei einer Zehnernote

Dieser goldene Apfel wurde gestohlen.

Dieser goldene Apfel wurde gestohlen.

Während der Sanierungsarbeiten an der Jesuitenkirche kam der goldene Apfel der Marienskulptur abhanden. Ein Steinhauer bemerkte ein Durcheinander in seinem Werkzeugkasten und ein Maler konnte den Apfel für seine Restaurierungsarbeiten nicht finden.

Es war der Bauführer der Jesuitenkirchen-Sanierung, der grosse Augen machte, als er den Diebstahl bemerkte: Bei der Figur der heiligen Maria auf dem Dachgiebel Nord fehlte auf einmal der vergoldete Apfel, der der Schlange im Maul steckte. Die unbekannte Täterschaft gelangte im Zeitraum zwischen Mitte März und 22. Juni über die Gitterabsperrung auf das Gerüst der Jesuitenkirche und durchtrennte mit unbekanntem Werkzeug den Metallstrang, an dem der Apfel an der Steinfigur befestigt war. Die Deliktsumme beläuft sich auf 3500 Franken.

Irritiert über den «Apfelklau» zu Jesuiten zeigt sich auch Kirchgemeindepräsident Karl Heeb. «Der vergoldete Apfel aus Kupfer war mit einem acht Millimeter dicken Kupferstängel am Maul der Schlange befestigt, auf der Maria steht. Den Stängel kann man nicht einfach abdrehen, dazu braucht man Werkzeug.» Und am 20. April habe ein Steinhauer ein «Gnusch» in seiner Werkzeugkiste bemerkt, was auf eine kurz vorher erfolgte Demontage des Apfels mittels einer Zange hindeuten könnte. Zudem habe Maler Claudio Mombelli, der bereits das vergoldete Zepter restauriert hatte, gefragt, wo der Apfel sei – dieser gehöre doch zu seinem Restaurierungsauftrag.

Über das Motiv des Diebs kann sich Heeb auch kein rechtes Bild machen, «der Goldwert des Apfels liegt bei einer Zehnernote.» Ob Jux oder Lausbubenstreich, neu ist eine solche Tat für ihn nicht. Bei den Restaurationsarbeiten zu St. Ursen wurde auch eine goldene Rosenkranzkugel von Bruder Klaus geklaut – «das war damals aber richtig gefährlich». Der Kreis der Verdächtigen sei «sehr gross, auch ich gehöre dazu», verweist Karl Heeb auf die vielen Zutrittsberechtigten zum Fassadengerüst. Eine Anzeige gegen unbekannt sei auch aus versicherungstechnischen Gründen erfolgt und ein neuer «Replika-Apfel» bereits hergestellt worden, sodass das Gerüst in den nächsten Wochen termingerecht entfernt werden könne.

Dass der Diebstahl so spät entdeckt wurde, liege daran, dass die Stelle durch die Einrüstung verdeckt gewesen sei, ergänzt Kirchgemeindeverwalter Roland Rey. Weiter verweist er ebenfalls auf den «Rosenkranz-Fall». «Da sich der Zugang bei Gerüsten nicht völlig abriegeln lässt, muss man mit solchen Vorfällen rechnen», so Rey. Dass es statt Vandalen einer der dort tätigen Handwerker gewesen sein könnte, glaubt Ray nicht: «Die Arbeiter wissen, dass ein solches Objekt nur für uns einen Wert hat.» (ww/ak/mgt)

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