Solothurn
Anwohner kämpfen gegen die vielen zentrumsnahen Gratis-Parkplätze

Im Gebiet rund um die Hans-Huber-Strasse in Solothurn existieren etwa 30 weiss markierte Langzeit-Parkplätze, die letzten zentrumsnahen, die gratis sind. Anwohner kämpfen jetzt für mehr eigene Parkplätze.

Lucien Fluri
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Josef Steiner sind Fremdparkierer im ruhigen Quartier ein Dorn im Auge.

Josef Steiner sind Fremdparkierer im ruhigen Quartier ein Dorn im Auge.

Lucien Fluri

Ein ruhiger Lebensabend war das Ziel, als Josef Steiner 2007 mit seiner Ehefrau in den Aarepark an der Hans-Huber-Strasse zog. Und eigentlich gefällt es dem pensionierten Architekten in der Überbauung auch ganz gut. Nur zwei Dinge stören ihn: Das eine ist das Kofmehl, doch das wäre eine andere Geschichte. Hier geht es um einige der letzten zentrumsnahen Gratis-Parkplätze Solothurns.

Rund 30 weiss-markierte Felder sind es an der Hans-Huber-Strasse. Und die werden von Auswärtigen offenbar so rege genutzt, dass es für Anwohner wenig Platz gibt. Doch damit nicht genug: Trotz Fahrverboten werden auch die angrenzenden Quartierstrassen rege befahren und als Abstellplatz genutzt.

Über 60 Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Quartier haben deshalb eine Petition mitunterzeichnet, die Josef und Rita Steiner Anfang April ans Stadtpräsidium übergeben haben. Es ist ein Kampf für eigene Parkplätze im Quartier.

Tempo 30 und blaue Zone

Ruhig und schattig ist es im Garten des Aareparks. Doch auf dem kleinen Gartenweg bewegt Josef Steiner seine Arme energisch. Nur wenige Zentimeter vom Weg entfernt verdeckt ein parkiertes Auto auf der Edmund-Wyss-Strasse die Sicht auf den Garten-Ausgang. «Wenn hier ein Kind dem Ball nachspringt, sieht es niemand», sagt Steiner. Das Unglück wäre passiert.

Beim Rundgang durch das Quartier kann Steiner noch einige andere Beispiele zeigen, die ihn stören: Mitglieder des Ruderklubs parkieren nahe beim Klubhaus und im ganzen Quartier stehen trotz Zufahrtsverboten Autos, die nicht Anwohnern gehören. Aus dem Wasseramt und von überall her würden Altstadt-Gänger das Quartier als Parkplatz nutzen, sagt Steiner, der nicht verstehen kann, warum die Stadt hier einfach gratis Parkplätze zur Verfügung stellt und nicht Geld aus der Bewirtschaftung zieht.

Im April haben Josef und Rita Steiner deshalb ihre Petition lanciert. Ginge es nach dieser, würden die 30 weissen Gratis-Parkfelder an der Hans-Huber-Strasse in blaue umgewandelt. Für Anwohner, Büros und Gewerbetreibende aus dem Quartier sollte es dann eine Anwohnerprivilegierung geben. Das ganze Quartier würde zusätzlich zur Tempo-30-Zone und auf der Edmund-Wyss-Strasse würde es künftig ebenfalls blaue Felder geben. Heute kann dort von Anwohnern frei parkiert werden – eben auch vor Einfahrten oder nahe an Kreuzungen – und oft so, dass Autos auf den Trottoirs kreuzen müssen. Parkverbote gäbe es in der Casimir- Meister- und der Stephan-Jaeggi-Strasse. Aus Sicht von Steiner war die Petition ein Versuch, die Situation für die Anwohner zu verbessern, auch wenn er zugibt, dass nicht alle im Quartier seiner Meinung seien: Denn auf die Anwohner kämen neue Kosten zu. Sie müssten künftig eine Parkkarte lösen.

Laut Fluri ist das kaum möglich

Inzwischen weiss Steiner, dass seine Petition keinen Erfolg hatte. Eben erst hat er eine abschlägige Antwort von Stadtpräsident Kurt Fluri erhalten. Dieser sieht kein Problem, wenn in der Casimir-Meister-Strasse Anwohner einzelne Fahrzeuge abstellen. Private Ausfahrten würden von vernünftigen Leuten freigehalten, so Fluri in seiner Antwort.

Der Stadtpräsident verweist darauf, dass in der Casimir-Meister-Strasse und bei der Stephan-Jaeggi-Strasse ein Fahrverbot bestehe, das nur den Zubringerdienst gestatte. Schon heute seien die Möglichkeiten für Auswärtige so eingeschränkt. An den 30 weissen Parkfeldern will der Stadtpräsident auch nicht rütteln. Dort seien Auswärtige zugelassen.

Für Stadtpolizei zu aufwendig

Keine Möglichkeit sieht Fluri für die geforderten markieren blauen Parkfeldern in der Edmund-Wyss-Strasse: Zwar werden dort heute Autos parkiert. Für offizielle Parkfelder sei die Strasse aber zu schmal. Und in den Strassen, in denen es Fahrverbote gebe, könnten keine blauen Zonen geschaffen werden.

Fluris Fazit zu den geforderten Massnahmen: «Die Parkierungsmöglichkeiten würden sich für alle Anwohner im Gebiet stark verringern.»

Josef Steiner hätte noch einen weiteren Vorschlag: Statt des bisherigen Sackgasse-Schildes würde er bei der Einmündung der Mutten- in die Hans- Huber-Strasse einfach ein Fahrverbot aufstellen. Doch auch dies ergibt aus Sicht der Stadt keinen Sinn. Es würde nur etwas bringen, wenn die Stadtpolizei die Autos immer wieder kontrollieren würde, schreibt Fluri. «Das ist aber mit den Mitteln der Stadtpolizei nicht möglich.» Ein Argument, das Josef Steiner nicht versteht.