Hilari-Morgen in Solothurn

Antonius findet den verlorenen Narrengeist für einen Batzen

Am Sonntag, dem Festtag des Heiligen Hilarius, lud Ober-Ober Max Kaeser zum Vorauftakt der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) ein.

Nach Kaffee mit Gipfeli mahnte nicht das Glockengeläute der Kathedrale zur Besinnlichkeit, sondern die von Umzugschef Yves Hauri angeschlagene UNO-Glocke. „Jetzt ist es so schön still wie in der Kirche", konstatierte Kaeser. Auch den zweiten Teil seiner Trilogie widmete er den Heiligen und Schutzpatronen.

Im letzten Jahr stand das Innere der Kathedrale im Fokus. Kaeser traf dort einen Altbekannten, der ihm seither geistig nachlief. Es ist Stadtpfarrer Andreas Curt Michel, Traditionsfigur der Narrenzunft Honolulu. Pfarrer Michel stieg in der Person von Oberchessler Reto Stampfli über die St. Ursentreppe herab. „Er schaffte es nicht in die Heiligenlitanei, dafür in die Narrenleiter, was viel schöner ist", stellte Stampfli fest. Josef habe alles geglaubt, sei nachgelaufen und im Stall mit der Krippe gelandet, schickte Stampfli die Narrenschar zur St. Josefskirche an der Baselstrasse.

Wort zum Sonntag

In deren Hof widmete Hauptgassleistler Andreas Müller, assistiert von Tochter Steffi als Ministrantin, sein Wort zum Sonntag Josef, Patron der Baubranche. „Nun denn, so bauet hin in Frieden, im Namen des Wagens, des Verses und des Tones", schickte Müller die Korona, versehen mit einer mohrenköpfischen Wegzehrung und einem Heiligenbildli zur Peterskapelle.

Dort verlas Alois Studer erstmals den bisher unbekannten dritten Brief des Apostels Petrus an die Christen von Honolulu. Die Imperatoren (Zunftober) und Maximus Maximalisimus (Ober-Ober) erhalten darin die Erlaubnis, die notleidenden Narren mit dem Verkauf von plakettenförmigen Andenken und Almosen aus dem Voreinzug zu alimentieren.

Bischof Urban alias Daniel Lisibach begrüsste die närrischen Schäflein vor der St. Urban-Kapelle auch für seinen Kumpel Antonius. Wenn mal der Narrengeist verloren gehe, finde ihn Antonius gegen einen Batzen, sinnierte Lisibach.

Nach dem Apéro im Wirthen-Saal mit Opfereinzug gab der Ober-Ober ein Säckli mit einem Minihelgen von Hansjörg Sperisen und anderem Zubehör als zweiten Teil seines dreiteiligen Puzzles ab.

Schulstube auf dem Märetplatz

Artig nahmen in dieser Freiluft-Schulstube Staatsschreiber Andreas Eng, die für Abstimmungen/Wahlen zu-ständige Vize-Staatsschreiberin Yolanda Studer, der kantonale Informatikleiter Thomas Burki, FDP-Kantonalpräsident Christian Scheuermeier, SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth, Kantons- und Gemeinderat Yves Derendinger, Regierungsrats-Kandidat Remo Ankli und Stadtschreiber Hansjörg Boll Platz.

Ihr Lehrer Beat Wyler, im Kanton für das E-Government zuständig und nebenberuflich KV-Handelslehrer, erteilte eine Lektion zum Thema Abstimmung/Wahlen, ausgerichtet auf die E-Kids-Generationen. Was im Kanton WABSTI ist, ist in Grenchen WITZLI und in Biberist WOTSCHMI. Diese müssen so zusammen geführt werden, dass nach der Stimmenauswertung das Ziel „wir machen, was wir wollen" erreicht werden kann. Wyler holte sich sein Rüstzeug für seine Aufnahmeprüfung in die Narrenzunft Honolulu während elf Jahren in der Schnitzelbankgruppe Füüzlüüs und zwei Jahren in der Postheiri-Redaktion.

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