Sie gab schon viel zu reden und zu schreiben, die Zwischennutzung des Kapuzinerklosters Solothurn. Der Kanton als Eigentümer der 2003 von den Kapuzinern verlassenen Anlage möchte bis zu einem definitiven Projekt – bis anhin sind alle Anläufe gescheitert – eine Zwischennutzung ermöglichen.

Dies, um das Budget des Staates zu entlasten, indem die Einnahmen helfen sollen, Steuergelder einzusparen. Er beruft sich dabei auf das Räumliche Leitbild der Stadt, in dem festgehalten ist: «Wird beispielsweise ein Kloster aufgehoben, so könnte sein Klostergarten zu einem Stadtpark werden – im Idealfall zu einem neuen Ankerpunkt für das Quartier und die Stadt.»

Nun, bisher tat man sich schwer, denn ein Nutzungskonzept von Urs Bucher bedingt eine erweiterte Nutzungsbewilligung als die immer noch gültige von 2007. So wurde zuerst ein Gesuch Buchers zurückgezogen und dann nach zahlreichen Einsprachen auch eines des Kantons. Dieses wurde auch von der städtischen Baukommission als mangelhaft gerügt.

In der Folge wollte der Kanton sich an einem «Runden Tisch» mit der Anwohnerschaft auseinandersetzen, was allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Nun allerdings hat er sich entschieden, ein neues, detailliertes Gesuch für eine Zwischennutzung aufzulegen.

Massgeschneidertes Gesuch

Grundsätzlich nimmt das Gesuch die bisherigen und geplanten Veranstaltungen von «Kloster-Hauswart» Urs Bucher auf. So sollen im Innenbereich, also den Klostergebäuden, «kirchliche, gastronomische und kulturelle Anlässe wie Hochzeitsapéros, Jubiläumsfeiern, Geburtstage, Tauffeste, Matinées, Vorträge, stilles Gewerbe wie in einer Wohnzone und zudem in der Kirche Konzerte» möglich sein. Auch könnten traditionelle, landwirtschaftliche Erzeugnisse im Sinn einer Manufaktur verarbeitet und verkauft werden.

Ziemlich identisch ist der Beschrieb an Möglichkeiten für die zwei Aussenräume, aufgeteilt in eine grüne und rote Zone. Zusätzlich könnten dort unter Einwilligung der Denkmalpflege und unter fachlicher Aufsicht Gemüse, Obst und Blumen produziert werden. In der grünen Zone entlang der Gebäude wären 25 Anlasstage jährlich möglich, im roten Aussenbereich lediglich deren 10.

Gelb kennzeichnet die täglich mögliche Innennutzung der Gebäude, in der «grünen Zone» wären 25, in der «roten» 10 Aussenanlass-Tage pro Jahr möglich.

Gelb kennzeichnet die täglich mögliche Innennutzung der Gebäude, in der «grünen Zone» wären 25, in der «roten» 10 Aussenanlass-Tage pro Jahr möglich.

Die Öffnungszeiten

Auffallend ist eine Reduktion der vorgesehenen Öffnungszeiten im neuen Gesuch: Am Wochenende könnte nicht mehr länger gefeiert werden, sondern es wäre jeden Tag spätestens um 24 Uhr drinnen und 22 Uhr draussen Schluss. Im Aussenbereich sind lärmemittierende Veranstaltungen und Darbietungen unzulässig – sie dürfen den «Lärmpegel eines klassischen Kammermusikensembles» nicht überschreiten.

Genauer spezifiziert wurde nach Kritik der Stadt die Situation und Beschaffenheit des provisorischen Küchencontainers von 4,5 auf 2,6 Meter und 2,4 Metern Höhe, der im nördlichen Aussenareal positioniert werden soll. Zur Parkplatzsituation wird auf die Parkhäuser und öffentlichen Parkhäuser verwiesen, dies analog zur Nutzungsbewilligung von 2007.

Diese ist auch noch gültig, wenn Urs Bucher vom 25. bis 27. Mai zu dem auf der vormaligen «Authentica» basierenden Nachfolgeanlass «Natürlich im Chloschter» begrüsst. 81 Aussteller sollen im und um das Kloster präsent sein,