Der Eco-Drive-Simulator auf dem Kreuzackerplatz in Solothurn enthüllte für manchen Autofahrer die Fahrsünden. Böses Erwachen spätestens dann, wenn auf dem Computer der Treibstoffverbrauch und mit ihm der CO2-Ausstoss – ganz gegenteiliger Hoffnung – in schwindende Höhen steigt. «Ich hätte schon lange einen Totalschaden produziert», meinte obendrein ein junger Mann. Der Mobilitätstag als Teil der «2000-Watt-Piazza» veranschaulichte: Es gibt viele Möglichkeiten, um schneller, günstiger und gesünder ans Ziel zu kommen. Ob per Velo, per Auto, mit dem Bus, Zug oder zu Fuss. Kombinierte Mobilität scheint das Schlüsselwort zu sein. Wichtiger Bestandteil dabei ist ebenfalls das Nutzen und Teilen von Velos und Autos.

Mobilität birgt Sparpotenzial

«Rund 84 Minuten ist ein Solothurner täglich unterwegs, um von A nach B zu kommen», informierte Marius Christen, Programmleiter von «so!mobil». Die Mobilität benötige rund einen Drittel der Gesamtenergie der Schweiz. Grosses Sparpotenzial sei hier enthalten. Ziel von «so!mobil» sei es, die Angebote zur Förderung effizienter und nachhaltiger Mobilität aufzuzeigen. Getragen wird «so!mobil» vom Kanton und den Energiestädten Grenchen, Olten, Solothurn und Zuchwil.

Zuchwil habe gute Voraussetzungen für den Veloverkehr geschaffen , vermeldete Gemeindepräsident Stefan Hug. Er fahre jeden Tag mit dem Velo zur Arbeit und profitiere so von frischer Luft, Begegnungen, besserer Kondition und Einsparungen. Roger Siegenthaler, Präsident der «Repla espaceSolothurn», informierte über die Projekte von LOS, der Langsamverkehrs-Offensive Solothurn und Region. «Wir wollen Sicherheit für Jung und Alt», sagte er. «Melden Sie uns ihre Problemstellen als Velofahrer oder Fussgänger.»

Freundliche Herren hinter den Ständen informierten die Besucher, wie bei PubliBike ein Velo oder E-Bike ausgeliehen werden kann und bei Mobility über Carsharing, der cleveren Art, Auto zu fahren. Beim Stand der VEBO testete eine jüngere Frau ein E-Bike. Sie rapportierte über ruckartige Auswirkungen ihre Fahrweise und wie sie «das Ding» stark halten musste. Der VCS plädierte für «autofrei leben» und für Benzinkosten von fünf Franken pro Liter, um den effizienten Umgang mit Energie zu fördern. Klar, dass am Stand Unterschriften für den Erhalt der Solothurn-Moutier-Bahn gesammelt wurden.

Zahlen, die zu denken geben

Erstaunliche Zahlen waren im Bus der BSU – im Jahr 2013 transportierten diese 6.8 Mio. Fahrgäste – auszumachen. So ersetzt ein BSU-Gelenkbus eine Autokolonne vom Hauptbahnhof bis zum Kunstmuseum. Die 165'000 Autos im Kanton Solothurn, in Reih und Glied stehend, beanspruchen den Platz von insgesamt 190 Fussballfeldern. Oder etwa, dass eine einzige Person in einem Auto viermal mehr Kohlendioxid verursacht als diejenige, die in einem durchschnittlich ausgelasteten Bus unterwegs ist. 20-mal umweltfreundlicher wäre sie mit der Reise im Regionalzug. Würden Strecken unter fünf Kilometer zu Fuss oder mit dem Velo zurückgelegt, könnten 50 Prozent der Autofahrten eingespart werden.

Marius Christen resümierte, dass er sich in Solothurn mehr Interessierte gewünscht hätte, der Publikumsaufmarsch tags zuvor in Grenchen sei hingegen zufriedenstellend gewesen. Er hofft, im nächsten Jahr den Anlass auch in Olten durchführen zu können.