2009, also vor zehn Jahren war es das erste Mal, dass Solothurn in «seine» Kulturnacht startete. «Wir hatten uns die «Berner Museumsnacht» als ungefähres Vorbild genommen, als wir die Idee dazu wälzten», sagt Eva Gauch, Mitorganisatorin seit der ersten Stunde. Initianten der Kulturnacht war damals und ist heute noch der «Solopool», der Verein der Solothurner Kulturveranstaltenden. «Es ging darum, dem kulturinteressierten Publikum auch mal einen anderen Ort zu zeigen», erklärt Christoph Rölli, ebenfalls von Solopool und seit Beginn im OK der Kulturnacht.

Denn es sei doch so, dass man sich während des Jahres mehrheitlich in seiner bevorzugte Kultursparte bewege und eher selten einen Wechsel vollziehe. «Unser Gedanke war, einmal im Jahr einen Anlass zu schaffen, an dem diese Grenzen für das Publikum einfach zu durchbrechen sind.» Es sollten Kultur-Appetizer sein, welche die Vielfalt des kulturellen Angebotes auf dem relativ kleinem Raum Solothurn erlebbar machen. «Und auch die unterschiedlichen Veranstalter sollen miterleben, was in der Stadt sonst noch alles geboten wird», sagt Gauch.

Jeder will dabeisein

Während man zu Beginn 2009 bei den Veranstaltern noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten hatte, kommen die Ideen zum Mitmachen heute fast wie von selbst.

«Beim Start 2009 waren es 20 Veranstalter an 18 Orten, die mitmachten. Heute sind es 36 Veranstalter an 30 Orten mit rund 60 Programmpunkten – also fast eine Verdoppelung des Angebotes», zählt Gauch auf. «Die verschiedenen Häuser werden heute dichter bespielt als zu Beginn. Und besonders schön ist es zu sehen, dass sich die Veranstalter oft und gerne etwas Aussergewöhnliches für die Gäste der Kulturnacht ausdenken», sagt sie weiter. Es gibt auch Kulturveranstalter, die von ausserhalb stammen und die mittlerweile zum festen Angebot der Kulturnacht zählen. «Bedingung ist einfach, dass man Mitglied bei Solopool ist.»

Hin und wieder käme es vor, dass das OK einem Veranstalter auch einen Tipp gebe, wie und was er Besonderes bieten könnte. «Und manchmal sind eben auch Kooperationen unter den Veranstaltern möglich. Auf solches machen wir gerne aufmerksam, denn das OK hat dazu den Überblick».

Bekannte Namen «ziehen»

Beim Publikum komme diejenige Veranstaltung am besten an, die mit bekannten Namen zu tun hat, sagen Gauch und Rölli, «oder der Anlass findet an einem Ort statt, an den man ‹normalerweise› keinen Zutritt hat; zum Beispiel die Führung durch den Kantonsratssaal».

Daran, dass die Kulturnacht «nur» alle zwei Jahre stattfindet, habe man sich in der Zwischenzeit gewöhnt. «Zunächst fanden es viele schade, zwei Jahre zu warten, doch mittlerweile findet man dieses Rhythmus gut. So kann man auch Abnützungserscheinungen vorbeugen», ist Gauch überzeugt.

Die Jungen bleiben fern

«Was wir seit dem Bestehen der Kulturnacht nicht geschafft haben, ist, das junge Publikum, die Leute unter 25 an die Kulturnacht zu bringen», geben die beiden zu. «Das war zu Beginn auch unser Anliegen, doch leider ist das nur teilweise gelungen.» Dafür hat man vermehrt Veranstaltungen im Programm, welche für Familien oder Kinder geeignet sind. «Und was wir noch «gelernt» haben, ist die Publikumsströme mittels der Programmgestaltung besser über den Tag, den Abend und die Nacht zu kanalisieren», so Rölli. Denn durchstöbert man das Programm, bemerkt man, dass die Kulturnacht nicht erst in der Nacht beginnt, sondern bereits am Nachmittag ab 14 Uhr die ersten Veranstaltungen starten. Wichtig sei auch, die richtige Balance zwischen terminierten Anlässen und zeitlich unbeschränkt besuchbaren Ausstellungen zu finden. Sodass man sich als Besucher immer wieder ein neues Angebot findet und dass keine «tote» Zeit entsteht.

Im Schnitt vier Destinationen

Befragungen hätten gezeigt, dass die Besucher heute im Durchschnitt vier Destinationen besuchen; zu Beginn waren es noch durchschnittlich drei, zählt Gauch auf. «Insgesamt zählten wir beim Start rund 2000 Besucher die 8300 Eintritte generierten. Bei der letzten Ausgabe, der Kulturnacht 2017 waren es 3600 Besucher mit 14'000 Eintritten. Der Eintritt in die Veranstaltungen der Kulturnacht beträgt 35 Franken; 5 Franken mehr als vor zehn Jahren. «Wir finden, das ist eine sehr moderate Preissteigerung für das Gebotene», sagt Rölli. An jeder Spielstätte ist eine Kasse installiert, wo man den begehrten Armbändel bekommen kann.

Das ist einfach so passiert

«Wir haben den Anspruch, ein breites kulturelles Angebot zu ermöglichen, das auch ein nicht so kulturaffines Publikum anlockt», sagen die beiden und Gauch hebt hervor: «Dieses Jahr sind sehr viele lokale und weibliche Kulturschaffende im Programm. Das haben wir nicht gesteuert; das ist einfach so passiert».

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, denn das gehört ebenfalls zur Kulturnacht. «Es gibt über das übliche Gastroangebot in Solothurn hinaus unsere Gastropartner, bei denen ein warmes Essen bis 22 Uhr, bei manchen gar bis 23 Uhr abends garantiert ist.»