Die SP Stadt Solothurn lud zu einer sommerlichen Parteiversammlung. Traditionsgemäss wird an diesem Anlass jeweils der Sozialpreis der SP, das «s’Priisli» verliehen. Dieses Jahr ging es an die Gruppe «Solothurn hilft». Gewürdigt und mit 1000 Franken unterstützt wurde damit das grosse ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen für Asylbewerber.

Kein Katzenjammer

Vizepräsidentin Lea Wormser begrüsste über 40 Genossinnen und Genossen im Garten des Restaurants «Café de l’Industrie». Fünf Tage nach den Stadtpräsidiumswahlen und der Niederlage von Franziska Roth war von Katzenjammer nichts zu spüren. Der Vorstand ist weiterhin davon überzeugt, es sei richtig und wichtig gewesen, ums Präsidium zu kämpfen: «Mandate fallen nicht vom Himmel», sagte Wormser. Und Franziska Roth meinte, man sei sich gewohnt, zu fighten, auch um den dritten Sitz in der Gemeinderatskommission, der nach geltender Gemeindeordnung der sitzstärksten Partei, also der SP zustehen würde. Der Vorstand hat denn auch eine entsprechende Beschwerde bei der Solothurner Regierung deponiert.

Nachfolge für Marrari gesucht

Der Gewerkschafter Claudio Marrari hat seinen Rücktritt als Parteipräsident schon seit längerem angekündigt. Berufliche und private Gründe hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. «Fünf Jahre waren eine lange, wechselvolle, manchmal turbulente Zeit mit euch.» Geblieben ist ihm die Freude an der Politik, und viele Freundschaften sind in den Jahren entstanden. Die Partei dankte ihm mit einem Früchtekorb der besonderen Art: Powerriegel, Protein und Weissensteinbier für den nächsten Marathon. Ein Findungsausschuss des Vorstandes wird sich um die Nachfolge kümmern. Ob das ein Sprint oder doch eher ein Marathonlauf sein wird, werde sich zeigen, konnte der Parteivorstand noch keinen Nachfolgetermin nennen.

Mehr Kommissionssitze

Der SP stehen nach dem Sieg bei den Gemeinderatswahlen mehr Kommissionssitze zu. «Ein fantastisches Feedback haben wir auf unsere Aufrufe erhalten», sagte Fraktionschef Matthias Anderegg. So gross war der Andrang, dass die Partei bei der Altstadt-, der Sport- und der Jugendkommission sowie für das Wahlbüro sogar Kampfwahlen durchführen musste. Anderegg zeigte sich stolz auf die grossen personellen Ressourcen der SP mit Kompetenzen in allen Bereichen. Definitiv gewählt werden die Nominierten an der nächsten Gemeinderatssitzung.

Preis für «Solothurn hilft»

Bevor die Wirte Hans Roth und Zuzana Baumann den Grill eröffneten, verkündete Corinne Widmer die diesjährigen Preisträger des «s’Priisli». In der Aktion «Solothurn hilft» treffen sich junge Leute, unbürokratisch, ohne grosse finanzielle Mittel, aber mit einem riesigen Engagement. Zweimal pro Woche kochen sie mit und für Flüchtlinge, nähen, spielen und machen Sport.

«In dieser Bewegung können alle mittun, ob jung oder alt», sagte Lara Frey in ihrem Dankeswort. «Solothurn hilft» beweise, dass man auch im Kleinen Grosses bewirken kann. Und Menschen begegnen sich auf Augenhöhe. Der Preis sei damit auch ein Statement für gelungene Integration und Menschlichkeit. (fes)