Nein, an weihnächtlichem Flair geizt man in der Vorstadt beileibe nicht, erst recht nicht anno 2017: Seit Mittwoch hat das festliche Adventsdorf Winter-Wunderland, das auf dem Dornacherplatz einen Monat lang sein Debüt feiert, für fünf Tage eine «Nachbarin» erhalten, eine «Vorstädterin», die man mittlerweile ja bestens kennt: Zum achten Mal beleuchtet, erwärmt und belebt der Wiehnachtsmäret der Vereinigung Pro Vorstadt den Kreuzackerpark und Kreuzackerquai bei der Fussgängerbrücke. Bis Sonntag bilden weihnächtliche Klänge aus dem Lautsprecher oder aus sangesfreudigen Kehlen, Kerzenziehen und Schausägen einen feierlichen Rahmen, die Kleinen drehen ihre Runden auf dem Karussell oder mummeln sich zur Märchenstunde in warme Decken ein.

Auf die «Grossen» warten derweil fast 80 Standbetreiber, die in 66 Holzkabäuschen Essbares und Tranksame anbieten. Oder Handwerkliches zur Zierde, zum Wohlbefinden, zum Anziehen, zum Spielen, zum alltäglichen Gebrauch, oder auch einfach Funktionelles, meistens aber etwas zum Verschenken.

«Schön dekoriert»

Am Mittwochnachmittag fiel bei ruhigen bis windigen Bedingungen und mit Schnee und Regen garniert der Startschuss des Traditionsanlasses. «Besonders schön dekoriert sind die Hüsli», lobte Martin Tschumi von ProVorstadt. Das Credo des Märets wurde auch heuer hochgehalten, wie Ursula Steiner vom Kernteam ausführt: «Ein guter Mix ohne Doppelspurigkeiten». So findet sich alles für unters Bäumli und doch nicht vom gleichen zuviel. Birnenwein zum Probieren kredenzt Verkäufer Reto Weber von Herzberg aus dem Luzernischen. Ebenso kosten die Besucher an diesem Stand, der seit sechs Jahren mit von der Partie ist, die «Liebesweine» – passend zum Fest der Liebe. Wohltuendes gibts auch bei der Anlass-Debütantin, die sich «Sirupfröilein» nennt. Aus handerlesenem Rohmaterial aus der Region zaubert Jasmine Hinni Sirupkreationen. Ihre «Marktflüsterin» vor Ort, Jesica Martinez, präsentiert ein Ingwer-Minz-Trunk mit Heilkräften gegen die viralen Lästigkeiten, die Väterchen Frost heraufbeschwört. Während der Wind Schnee und Regen über den Aarequai fegt, haben es sich drei Lamas weiter vorne beim Aetigkofer «Dürrihof»-Stand just vor den Hof-Kostbarkeiten gemütlich gemacht. Auch sie, die neuen Buechibärger Stars am Wiehnachtsmäret in der Vorstadt, sind wahrlich keine Kostverächter.

«Wir ergänzen uns»

Wie aber versteht man sich seitens des Organisationskomitees mit der Nachbarschaft, konkret mit dem anderen Publikumsmagneten auf dem Dornacherplatz? «Wir ergänzen uns», meint Martin Tschumi. «Gerade die Eisbahn ist ja auch cool für unser Publikum. Und auch die Macher des Winter-Wunderlands profitieren von unseren Besuchern.»