Zur «einer der coolsten Eigenheim-Messen» seit Anbeginn durfte Benno Krämer begrüssen, der die Plattform rund ums Bauen und Sanieren zusammen mit seiner Frau Monika heuer zum zwölften Mal durchführt. Einige der rund 160 Aussteller, sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik fanden sich zur Eröffnung der Eigenheim-Messe beim rundum eingeschneiten CIS-Sportzentrum ein.

Sinnigerweise titelte die Eröffnungsrede aus der Feder von Tourismusdirektor Jürgen Hofer mit «Frühlingsgefühle», denn: «Beim Tourismus sind die ‹Monate› Filmtage, Fasnacht, Eigenheim-Messe, Literaturtage, und weitere massgebend», sagte Hofer. «Dies, obwohl ich den Monat Eigenheim-Messe eher mit Vogelgezwitscher und einem lauen Frühlingslüftchen assoziiere.» Doch da schafft die Messe selbst Abhilfe und holt den Frühling halt unters Zelt und in die CIS-Hallen: Beispielsweise wenn man am Gartenbau-Stand mit Brunnengeplätscher und Primelbeet vorbeiflaniert.

Doch die Messe ist aus anderen Gründen ausverkauft, wie Hofer lobend bemerkt. «Aus touristischer Sicht ist sie ein Traditionsanlass und Publikumsmagnet. Warum sie so Erfolg hat, während andere Messen leiden, darüber kann man nur spekulieren.» Krämer seinerseits weiss es genau und nannte einen ausgewogenen Mix aus direktem Kontakt und Digitalisierung: «Analog und digital über die Messe kommunizieren, vor, während und auch nach dem Anlass», schlägt Krämer vor. Neben dem Gewerbe und dem Detailhandel sei auch die Messewelt durch die Digitalisierung gefährdet. «Deshalb müssen Messekonzepte neu überdacht werden.» Nicht fehlen dürfe der persönliche Kontakt. Und so hat er als Schlüsselfaktor zum Erfolg die Vertrauensbasis im direkten Kontakt zwischen Messeleitung, Ausstellern und Besuchern erkannt.

Eröffnung der Eigenheim-Messe 2018

Eröffnung der Eigenheim-Messe 2018

3D-Brille nicht nur Spielerei

Gerade das Thema Digitalisierung ist beispielsweise bei der Biberister Dick AG, die zum elften Mal dabei ist, hoch im Kurs. Geschäftsführer Walter Dick setzt sich eine 3D-Brille auf und steht plötzlich mitten in einer Badewanne – einer virtuellen wohlgemerkt. Auf diese Weise kann der Kunde – nachdem dessen Räume per Laser ausgemessen wurden – sein potenziell saniertes Zuhause bereits vor Ausführung virtuell begehen. Die bald 140-jährige Sanierungsfirma zeigt sich agil. «Vor 20 Jahren haben wir erstmals 3D-Bilder zur Sanierungsplanung angewandt, jetzt kommt Virtual Reality hinzu», so Dick.

Zukunftsträchtig und im Trend der Messe ist auch Handfesteres wie der Werkstoff Holz, was mehrere Anbieter beweisen – darunter die Basler Firma «Der Holzbau», die Neu- und Anbauten plant und ausführt. Cornelia Gartmann, zuständig für Beratung und Vertrieb, bestätigt: «Der Baustoff Holz ist immer wie mehr im Kommen. Leute empfinden ihn als ressourcenschonend und ökologisch.» Die Kundschaft sei vor allem ländlich orientiert. Trotzdem ist Holz längst nicht mehr nur für Einfamilienhäuser geeignet. Gerade angesichts des Rufs nach Verdichtung kommt der Baustoff immer mehr auch bei Mehrfamilienblöcken zur Anwendung. «Und hier an der Messe können wir informieren, was alles möglich ist.»

Dauerbrenner: Erneuerbarkeit

Stetig an Bedeutung gewinnt auch das Thema der erneuerbaren Energien, wie bei Eniwa AG aus Buchs und deren Tochterfirma Holinger Solar aus Bubendorf. Trotz Aufwärts- und Abwärtskurven sei der Trend für Technologien wie Photovoltaik immer noch stetig am Steigen», sagt Miriam Keiser, Verkaufsfachfrau bei Eniwa.

Wie sich zeigt, ist hier – wie andernorts – das Portemonnaie-Argument gegenüber dem Öko-Faktor das schlagkräftigere: «Es stellt sich immer die Frage, mit welchen Investitionen wieviel Einsparung rausgeholt werden kann.» Die Frage nach dem Optimum ist auch jene, die der Besucher überall sonst an der Eigenheim-Messe bis Sonntag beantwortet bekommen will.