In diesen Tagen wird die St. Niklaus-strasse zur Tempo-30-Zone «umfunktioniert». Je nach Witterung will man zuerst die Bodensignalisationen vornehmen. «Mitte Oktober werden dann die Einfahrtstore gesetzt», weiss Marcel Christ, Chef technischer Dienst bei der Stadtpolizei. «Und ab dann gilt Tempo 30», weist er auf die Folgen der Umsignalisation für zu schnell fahrende Autolenker hin. Es bleibe dann noch die Signalisation der Nebenstrassen zur Hauptachse, der St. Niklausstrasse. «Bis Mitte November soll die ganze Zone dann umgesetzt sein», so Christ. Fraglich sei lediglich, ob noch vor dem Wintereinbruch die wesentliche Verkehrsmassnahme, die bauliche Umgestaltung der Kreuzung Herrenweg – St. Niklaus-strasse vorgenommen werden könne. Auch dies sei eine Frage der Witterung.

Weniger Fussgängerstreifen

Die Quartierbewohnerinnen und -bewohner werden sich in einigen Punkten umgewöhnen müssen. So verschwinden an der besagten Kreuzung zum Herrenweg gleich drei der vier bisherigen Fussgängerstreifen, inklusive Insel. Tempo-30 verlangt dies, ausser wenn sich Schulhäuser oder Heime in unmittelbarer Nähe befinden. Ein weiteres Element von Tempo-30-Zonen ist das konsequente Regime des Rechtsvortrittes. «Wir werden 15 bis 20 Rechtsvortritte an Strasseneinmündungen signalisieren müssen», verrät Marcel Christ.

Doch so ganz konsequent geht man dann doch nicht vor: Die als gefährlich eingestufte und bereits baulich entschärfte Einmündung der Frank-Buchserstrasse (vgl. Kasten) wird weiterhin mit «Kein Vortritt» belegt sein. Und neu sind natürlich die erwähnten Eingangstore, von denen es ingsesamt vier grosse und sieben kleinere geben wird.

Keine Berliner Kissen

Schon beim Entscheid pro Tempo 30 hatten auch befürwortende Gemeinderätinnen verlangt, auf den Einbau von «Berliner Kissen» zu verzichten. Und so geht es an der St. Niklausstrasse weitgehend ohne bauliche Massnahmen ab. Im unteren Abschnitt wird am Strassenrand ein Pfosten mit Bodenmarkierung eingebaut, «und die Einfahrt von der Werkhofstrasse her wird etwas verengt», erklärt Marcel Christ. Nicht erwünscht sind aber auch zu umfahrende Hindernisse wie Pfosten und extra angeordnete Parkplätze beim Busbetrieb Region Solothurn und Umgebung BSU, der die Einhaltung des Fahrplans auf der Rüttener Linie 4 in Gefahr sieht. Deshalb buchstabiert man nun sogar am Herrenweg, der seit längerem dem Tempo-30-Regime unterworfen ist, im wahrsten Sinne des Wortes etwas zurück: die dortigen Parkplätze vis-à-vis der Kantonsschule werden teilweise auf das Trottoir verlegt.

«Damit der der Bus schneller durchfahren kann», wie Christ lakonisch ergänzt. Denn bisher war ein Kreuzen für die Linienbusse in diesem Abschnitt des Herrenwegs über weite Strecken nicht möglich.

Fazit nach einem Jahr

Ob es allerdings bei einer derart «unverbauten» Tempo-30-Zone bleibt, haben die Autolenkerinnen und -Lenker selbst in der Hand. Die Stadtpolizei muss in einem Jahr einen Bericht über die Wirksamkeit der Zone abliefern – «und wenn Tempo 30 nicht eingehalten wird, sind bauliche Massnahmen unvermeidlich», warnt Marcel Christ.