«Hip-Hop klingt heute oft nach Plastik», sagt der Produzent Lukas Steiner in seinem Musikstudio. Zu viele elektronische Samples, zu viel Verfremdung durch Autotune. Er sieht sich da eher dem Klassischen verpflichtet, ohne aber in die Real-Keeper-Ecke gestellt werden zu wollen, wo Authentizität inszeniert wird. Mit der Einbindung von Instrumenten wird ein organischer Sound geschaffen. «Und dennoch kantig, dreckig, dynamisch und urban», sagt Steiner.

Mit dem Künstlerkollektiv «Loonote Club», bestehend aus den drei Rappern der Gruppe «City Nord», Sorgäching, Kym und der Sängerin Ninia, trifft Mundart-Rap auf Soul-Klänge. Die zeitliche Moderne des Hip-Hop wird mit Gitarre, Bass und Schlagzeug ergänzt. Nach einigen Jahren gelegentlicher Zusammenarbeit nahm das Solothurner Kollektiv nun sein erstes, sechs Musikstücke umfassendes Album auf, das am 8. Februar erscheinen wird.

Loonote Club - Jungi Götter

Künstler haben Potenzial

Begonnen hat alles im Delta-Areal in Langendorf. In der Industriezone baute Steiner damals sein Studio auf, zufällig neben den Proberäumen von City Nord und Sorgäching. Der Rapper Kym kam in die Musiker-Runde, als er mit Lukas Steiner und Alexander Claus, einem Musiker aus St. Gallen, das Album «Rorschach» produzierte.

Auch die Sängerin Ninia hatte mit Lukas Steiner das R&B-Projekt «Dusty Flavor» am Laufen, und ging deshalb im Delta-Areal ein und aus. Eine Zusammenarbeit liess nicht lange auch sich warten. «Wir begannen uns gegenseitig zu unterstützen, zu motivieren und inspirieren», sagt Steiner. Schon früh hatte er das Potenzial der Rapper erkannt. «Kym ist einer der besten Rapper in der Schweiz und hat schon am Montreux Jazz Festival gespielt», sagt Steiner.

Rüfe von der Gruppe «City Nord» hat einen Freestyle-Wettbewerb gewonnen. Der Rapper Sorgäching sei technisch gesehen einer der besten. «Er kann ganze Sequenzen ‹Doubletime› durchrappen, was nur wenige können», so Steiner. Wie der Begriff andeutet, wird beim «Doubletime» in doppelter Geschwindigkeit zum Takt gerappt. Zahlreiche Featurings entstanden, sowie gemeinsame Auftritte. Der Loonote-Club war geboren.

Als die Musiker das Areal aufgrund des geplanten Neubaus verlassen mussten, verlegten sie im Herbst 2016 ihre Studios und Proberäume in den Dachstock des Roamer-Gebäudes. «Wenn alle Rapper und Musiker im Studio sind, ist es wie im Ausgang», sagt Steiner. Musik machen, ein Bier trinken, Freunde kommen vorbei und hören zu. Und von Anfang an war das Genre klar: Hip-Hop. «Es war ein natürlicher Prozess, wir mussten nicht gross darüber nachdenken, was wir machen wollten.»

Loonote Club - E hangvou Glück

Konzerte sind das Ziel

Das erste Album «Don Quijote» ist ein Live-Projekt. Der Fokus sollte dabei auf Konzerte gerichtet sein. Die Produktion der Beats sei zu Beginn eine Herausforderung gewesen. «Jeder Rapper hat eine eigene Stimme, einen eigenen Stil», so Steiner. Das Ganze zu einem homogenen Ganzen zusammenzufügen sei ziemlich schwierig gewesen. «Zudem sind Aufnahmen im Studio und Live-Auftritte zwei paar Schuhe. Live ist der Sound härter und aggressiver.»

Letzten Sommer hatte die Hip-Hop-Gruppe einen Live-Auftritt am «Olten Air» in Olten, wo sie ein paar ältere Songs ihres Repertoires zum Besten gaben. Der Auftritt sei eine Standortbestimmung gewesen. «Das hat uns gepusht und uns gezeigt, dass wir mit unserem Projekt auf gutem Weg sind.»

Die Plattentaufe des Albums «Don Quijote» wird am 23. Februar im Kofmehl stattfinden. Im kommenden Frühling und Sommer hat der Loonote- Club viele Live-Auftritte geplant. Den Schwung der neuen Platte wollen sie nutzen, um weitere Singles nachzuwerfen.

Die Bekanntheit soll die Solothurner Grenze überqueren. Und man soll sich dabei immer treu bleiben. «Wir wollen möglichst viele Leute erreichen, indem wir machen, was wir wollen. Und nicht was die Leute erwarten», beschreibt Steiner ihre Philosophie.