Umgeben und eingeklemmt zwischen Kanonen und anderem Kriegsgeschütz, bauten acht Aussteller ihre Tische mit ihrem Kostbarkeiten auf. «Ich fühle mich wohl zwischen diesen Kanonen, denn sie gehören irgendwie auch zur Fasnacht, wenn ich an unsere Konfettikanonen denke», sagt Reto Lüthi.

Der Grenchner nahm erstmals teil. «Ich habe meine Sammlung von meinem Vater geerbt», klärt er auf. Lüthi bietet ausschliesslich Grenchner Plaketten an. Nebst den Offiziellen sind es Gönner von Guggenmusigen, der Wiiiber-Zunft und den Amedisli. «Es gibt Leute, die sich auch in Solothurn für Grenchner Plaketten interessieren», gab sich der Uhrenstädter zufrieden.

Anbieter wollen anonym bleiben

Dass diese Börse seit 1975 Bestand hat, ist das Verdienst von Walter Bohnenblust. «Ich führte diese erste Börse in der ‹Wirthen› durch, die bis 1987 nur alle drei Jahre, im letzten Amtsjahr eines Ober-Ober stattfand», erklärt der Vorstädter. «1987 gab ich den ersten Plakettenkatalog heraus und befahl dem Ober-Ober, künftig jährlich diese Börse durchzuführen», ergänzt Bohnenblust, selbst Ober-Ober 1973 bis 1975. Für ihn, unterstützt von seiner Tochter Verena Holzer, ist es Ehrensache, präsent zu sein. «Es ist immer das Gleiche, rar bleibt rar», stellt der Solothurner Plakettenpapst fest.

Trotzdem tauchen immer wieder Raritäten auf. Dieses Jahr waren es zwei. «Beim Aufräumen nach dem Tod ihrer Mutter fanden die Nachkommen die in den Farben Blau und Orange gehaltene Blechplakette von 1938», wusste UNO-Plakettennarr und Plakettengestalter 2012 Toni Armbrust. Der anonym bleiben wollende Anbieter fand Interessenten. «Verhandlungen laufen, jetzt geht es um den Preis», sagt Armbrust. Dieser soll sich zwischen 150 und 300 Franken bewegen.

Angeboten wurde auch eine komplette Sammlung der seit 1970 hergestellten Grossplaketten. «Auch hier will sich der Verkäufer nicht offenbaren und Gespräche sind im Gang», sagt der Plakettennarr. Möglicherweise eine neue Sammlung angestossen hat Peter Pulfer. «Es war ganz herzig, ein achtjähriger Bube kam mit seinem Sackgeld von fünf Franken», erzählt Pulfer. «Ich gab ihm vier Silbrige für je einen Franken, denn die Nachwuchsförderung ist sehr wichtig», freut sich Pulfer.

Ein Überraschungsbesuch

Die Ausstrahlung des Plakettensammelns bestätigte sich am grossen Besuch. Die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft UNO überraschte die Jubiläumsbesucher mit einem Apéro und die Aarejätter und Weihere-Schränzer mit den ersten guggenmusikalischen Sequenzen. Für einmal stand nicht der Züghusjoggeli im Mittelpunkt, der sich seine Ohren ob der ungewohnten Töne wohl zuhielt.