Solothurn
An der Mineralienbörse gibts viel mehr als schillernde Edelsteine

An der 44. Mineralienbörse in Solothurn konnten am Wochenende tausende Edelsteine und Fossilien bestaunt werden. 36 Aussteller liessen keine Wünsche offen.

Silvana Grellmann
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Tausende Steine waren an der Mineralienbörse im Solothurner Landhaus ausgestellt
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Mineralienbörse in Solothurn
Die wahre Schönheit einiger Steine war erst bei näherem Betrachten zu erkennen.
Diese Steine leuchten im Dunkeln
Gesichter in Stein gemeisselt
Wunderschönes Farbenspiel

Tausende Steine waren an der Mineralienbörse im Solothurner Landhaus ausgestellt

Isabel Mäder

So unterschiedlich, wie sie aussehen und geformt sind, sind auch ihre Namen. Lapislazuli, Sodalith, Serpentin, Carneol und Calcit: Dies ist nur eine kleine Auswahl der Steine, die am Wochenende an der 44. Mineralienbörse in Solothurn angeboten wurden. Die 36 Aussteller aus der Region, der Schweiz oder gar dem Ausland liessen keine Wünsche offen: Von Mineralien, Edel- und Schmucksteinen bis hin zu Fossilien war das ganze Sortiment abgedeckt. «Die meisten Aussteller sind schon seit Jahren an der Mineralienbörse in Solothurn vertreten», sagt Charles Handschin, der die Veranstaltung dieses Jahr bereits zum 30. Mal organisiert hat.

Seit Kind sei er schon von Mineralien fasziniert gewesen, aber auch Edelsteine seien für ihn als Gemmologen (Wissenschafter der Edelsteine) natürlich etwas sehr Interessantes. «Zudem macht es mir natürlich Spass, einen solchen Anlass auf die Beine zu stellen und mich mit den Ausstellern auszutauschen», erklärt Handschin seine Motivation.

Strahler und Händler

Während man bei vielen Ausstellern funkelnde Edel- und Schmucksteine in schillernden Farben bestaunen kann, sieht man am Ausstellungstisch von Andreas Kocher aus Oberdorf zahlreiche unbearbeitete Mineralien und Fossilien. Das hat auch seinen Grund, denn er ist nicht wie die meisten als Händler unterwegs, sondern präsentiert eigens gesammelte Fundstücke. Hobbymässig ist er als «Strahler», wie ein Mineraliensucher im Fachjargon genannt wird, unterwegs.

Kocher ist wie Handschin seit Kindeszeit von Steinen fasziniert. «Mit elf Jahren habe ich einen Kristall mit mehreren Spitzen gefunden, so fing eigentlich mein Hobby an», sagt Kocher zu seinem heute persönlich wertvollsten Fund. Und die Leidenschaft hat sich weiterentwickelt, denn mittlerweile ist Kocher bereits europaweit auf der Suche nach neuen Funden. «Für mich ist es faszinierend, in der Natur zu sein, an Orten, an denen sonst niemand ist. Aber natürlich ist es auch immer wieder toll, aus der Erde noch schmutzige Steine hervorzugraben, sie mit nach Hause zu nehmen und dann beim Reinigen Überraschungen zu erleben», erklärt Kocher den Reiz seines Hobbys.

Nicht als Freizeitbeschäftigung, sondern beruflich ist Beatrice Meleti aus Winterthur an der Mineralienbörse dabei. «Wir sind bestimmt schon über zehn Jahre hier in Solothurn mit unserem Stand vertreten und haben durchwegs positive Erfahrungen sammeln können», sagt die Händlerin.

Erst durch den Sohn interessiert

Während Händler und Strahler sich darum bemühen, ihre Waren zu verkaufen, schlendern die Besucher gemütlich durch den Saal im Landhaus und nehmen sich Zeit, sich die vielfältigen Fundstücke aus dem ganzen Land genauer zu betrachten. So auch der 11-jährige Andreas mit seiner Mutter Cornelia Dreier.

Er ist auf der Suche nach neuen Mineralien und Kristallen für seine eigene Vitrine. «Am besten gefallen mir Dinosaurierzähne, aber natürlich finde ich auch die verschiedenen Farben der Steine toll», sagt Andreas. Erst durch ihren Sohn sei Cornelia Dreier überhaupt auf die vielfältige Mineralienwelt aufmerksam geworden, und so hat mittlerweile die Welt der Steine auch ihr Interesse geweckt.

Briefmarken und Mineralien

Wie jedes Jahr fand auch dieses Jahr an der Mineralienbörse eine Sonderausstellung statt, das Thema lautete «Briefmarken und Mineralien». «Nachdem die Ausstellung bereits an der schweizerischen Mineralienbörse in Interlaken gut angekommen war, dachte ich mir, dass sie dann wahrscheinlich auch in Solothurn auf positive Reaktionen stossen wird», erklärt Handschin, der zu diesem Zweck Mineralien aus seiner eigenen Sammlung ausstellte.

Die Briefmarken stammen aus der ganzen Welt, dabei waren nicht nur Gambia und Tansania, sondern auch Madagaskar mit einigen Marken vertreten.

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