So tönt’s a dr HESO
An der HESO gibts Volkskultur, die kein Alter kennt

Grosser Ansturm auf den volkstümlichen Nachmittag der Solothurner Zeitung. Im Konzertsaal traten das Ländlerquartett «Aarewind», das Kantonale Veteranenspiel und der Solothurner Mädchenchor auf.

Andreas Kaufmann
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Solothurner Mädchenchor
26 Bilder
Theres-Ursula Beiner führte galant durch den musikalischen Nachmittag
So tönts ar HESO
Solothurner Mädchenchor
Solothurner Mädchenchor
Solothurner Mädchenchor
Solothurner Mädchenchor
Solothurner Mädchenchor
 Theodor Eckert, Chefredaktor der Solothurner Zeitung, begrüsst die Gäste. Die Ländlerkapelle Aarewind hält sich bereit für ihren Einsatz.
Länderkapelle Aarewind
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Kantonales Veteranenspiel VV-SOBV
Das Publikum sang bei 'Rosamunde' begeistert mit
Der Dirgent des kantonalen Veteranenspiels animiert das Publikum zum Mitsingen
Das Publikum lauschte innig der Musik

Solothurner Mädchenchor

Tina Dauwalder und Thomas Ulrich

Der Schottisch «Roman fährt Automobil», gespielt von der Ländlerkapelle Aarewind, weckte bei Theres-Ursula Beiner Kindheitserinnerungen: der Duft von Grosis Wohnung, das Gefühl, auf dem Canapé zu sitzen und das Wunschkonzert im Radio zu hören. Den 500 innehaltenden oder schunkelnden, aber auf jeden Fall in Erinnerung schwelgenden Zuhörern im Konzertsaal dürfte es ähnlich gegangen sein – am volkstümlichen Nachmittag der HESO, der von der Solothurner Zeitung lanciert und von der Volkskultur-Kennerin Beiner programmiert und moderiert wurde.

Für Vielfalt, die Erinnerungen weckt, war auch dieses Jahr gesorgt. Das Trio «Aarewind» mit Toni Rufer (Örgeli), Godi Gautschi (Klarinette) und Ueli Schaffner (Bass) frönt seit acht Jahren dem bündnerischen Länderstil, der genau diese Instrumentalkombination vorsieht. Beschwingt starteten die drei musikalischen Aareufer-Bewohner den Reigen im Konzertsaal und bewiesen, dass Musik jung hält – beispielsweise bei «Creole Jazz», als sich dem (dafür präparierten) Handörgeli plötzlich Banjoklänge entlocken liessen.

«Lupenrein und strahlend»

Jugendlichen Wind brachte der Solothurner Mädchenchor unter der Leitung von Lea Scherer und Hannah Willimann. Beiner zeigte sich begeistert von den rund 25 anwesenden Sängerinnen des gesamthaft 80-köpfigen Chors, die «lupenrein, strahlend und ohne Noten» auftraten. Ein Lob, das wie beim zarten Bündner Wiegenlied «Tuta nana tgu» nie zu hoch gegriffen war. Mit diesem hatte der Chor 2013 beim kantonalen Kinder- und Schülerchorwettbewerb den ersten Podestplatz geholt. «Là-haut sur la Montagne» meistern die Mädchen ab sieben und jungen Frauen ebenfalls mit Bravour – mit seinen Dynamik- und Tempiwechseln, oder als dieser Ohrwurm der Volkskultur überraschend in «moll» überging. Scherers mimisch wiedergegebene Anweisungen halfen dabei mit. Eine Parforce-Leistung gab der Mädchenchor bei der «Schwyzerrhapsodie» ab. Rhythmuswechsel, Melodiepassagen mit Reibungen und ein wenig eingängiger Text machten die gesangliche Geografielektion durchs Land zur kurvenreichen Herausforderung, die aber virtuos bestritten wurde.

Tatsächlich widmen die jungen Sängerinnen einen Grossteil ihrer Freizeit dem Singen, wie Lea Scherer betonte. «Im Chor singen heisst, aufeinander warten, hören, Rücksicht nehmen. Es ist schön, dass man dies als Kind mitbekommt», kommentierte Beiner mit Rührung in der Stimme.

Alsbald nahmen über 70 Musiker jeden Quadratmeter der Bühne ein und erfüllen mit donnerndem Blasmusik-Klang den hintersten Winkel des Konzertsaals: So bildete das kantonale Veteranenspiel den lautstarken Abschluss – unter Leitung von Robert Grob, der betonte, wie wichtig es sei, auch im Alter kreativ zu bleiben. Die Kreativität der Musiker äusserte sich denn vor allem durch die angestrebte Publikumsnähe. Diese animierten zum Mitsingen, bei «Rosamunde» und – noch vor den geforderten Zugaben – beim obligaten «Solothurner Marsch» von Stephan Jäggi.