Wassertag Solothurn
An der Aareentrümpelung treffen sich Naturfreunde und Künstler

Bei der Entrümpelung wird die Aare in Solothurn geräumt und gesäubert. Der Anlass wird mit einer kunterbunten Mischung an Aktivitäten verbunden. So kann man sich beim Stand-up-Paddeln sportlich betätigen oder Kunstprojekte bestaunen.

Christoph Neuenschwander
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Die Aare steht im Mittelpunkt des Wassertags.

Die Aare steht im Mittelpunkt des Wassertags.

Zur Verfügung gestellt

«Wasser ist mehr als nur eine Flüssigkeit», sagt Wanda Miescher. Der Satz ist der Organisatorin des ersten Solothurner Wassertags ausgesprochen wichtig. Schliesslich ist der zentralste Programmpunkt des Anlasses am Samstag zwar das Entrümpeln der Aare, aber eigentlich soll es um weit mehr gehen, als nur um eine Putzaktion. Es geht ums Staunen und ums Erleben. So zumindest hat Miescher sich das gedacht.

Von 11 bis 16 Uhr wird alles aus der Aare geräumt, was dort nicht hingehört. Danach wird der Gerümpel auf dem Kreuzackerplatz in eine gläserne Mulde gekippt, die von 22 bis 24 Uhr beleuchtet ist. Dazu wird eine Fotoshow auf ein weisses Segel projiziert.

Am Nachmittag zwischen 13 und 17 Uhr werden zudem allerlei Aktivitäten geboten (siehe Kasten) und der WWF Solothurn verkauft mobile Aschenbecher des Fischereivereins – damit das Aarewasser von Zigarettenstummeln verschont bleibt.

Erstmals mit vereinten Kräften

Angefangen hat das Projekt eigentlich als Idee zur Team-Entwicklung in der Gartenbaufirma Garten-Leben. Es war die Idee Wanda Mieschers, die seit Jahren vom Element Wasser fasziniert ist. «Wir haben die Taucher und die Jungen Grünen Solothurn angefragt, ob sie mitmachen wollen», erzählt sie. Denn seit etwa 30 Jahren säubert der Tauchclub Solothurn regelmässig die Aare; und auch die Jungen Grünen setzen seit rund fünf Jahren einmal im Sommer den Schnorchel auf und suchen Solothurns Aareufer nach Abfall ab.

Aktivitäten: Paddeln, Malen und Musik

Nebst einer Wassersäuberung stehen am Samstag diverse Attraktionen beidseits der Aare auf dem Programm. So können sich Interessierte im Stand-up-Paddeln am Landhausquai versuchen. Eine Werkstatt rund ums Wasser wird angeboten, bei dem erforscht und experimentiert wird. Während des ganzen Tages zeigen Malkünstler und Musiker ihr Können; am Abend gibts bei der Hafebar ein Konzert von Lucky Wüthrich und Band. Und Wasserexperte Alexander Lauterwasser zeigt in einem Filmvortrag ab 20 Uhr in der GIBS-Aula, welche Muster auf der Wasseroberfläche entstehen, wenn man hörbare und nicht-hörbare Schwingungen darauf überträgt. «Nächstes Jahr möchten wir das gerne mit einer Live-Band ausprobieren», sagt Organisatorin Wanda Miescher. Dann soll das ganze Konzert aufs Wasser übertragen werden. (cnd)

Bisher hätten die beiden Gruppen jedoch nicht zusammengespannt, weil sich die Taucher nicht politisch positionieren wollten, sagt Miescher. «Unter dem Hut des Wassertags ist das jetzt aber möglich. Wir sind ein bunter Haufen.»

Und so wurde das Projekt schnell einmal grösser als ursprünglich gedacht. Weil die Taucher darauf hinwiesen, dass man kräftige Männer brauche, um den ganzen Müll aus dem Fluss zu ziehen, hat Miescher den Rugbyclub Solothurn angefragt, in dem ihr Sohn tätig ist. Auch weitere freiwillige Helfer haben sich angemeldet.

Bei der Kreuzackerbrücke wird ein «Galgen» aufgestellt, an dem starke Hände die Trouvaillen der Taucher aus dem Wasser hieven. Alle übrigen Helfer grasen mit Schnorcheln und Flossen das Ufer ab. Wer spontan mitmachen will, kann sich am Samstag melden – die Schnorchel-Ausrüstung muss allerdings selbst mitgebracht werden.

Hauptsponsoren des Anlasses sind «Garten-Leben» und die Regiobank. Wanda Miescher hat aber den Verein Maare gegründet, der nächstes Jahr vor allem für das Fundraising zuständig sein wird und weitere Sponsoren an Land ziehen soll. «Vorerst schauen wir aber mal, ob sich der Anlass überhaupt bewährt», sagt die Projektleiterin. «Danach planen wir weiter.»