Solothurn

An der 40. HESO wird wieder viel geboten

Dieses Jahr steht die 40. HESO an. (Archiv)

Dieses Jahr steht die 40. HESO an. (Archiv)

Die 40. Herbstmesse Solothurn und ihre Höhepunkte standen im Fokus des HESO-Forums in der Reithalle. Zu aktuellen Problemen äusserte sich Swissmen-Präsident Hans Hess.

«Auch die 40. HESO wird ausverkauft sein», konnte Messe-OK-Präsident Urs Unterlerchner einmal mehr schon im Juni vermelden. «Das glaubt uns niemand.» Der Grossanlass vom 22. September bis am 1. Oktober 2017 sehe sich ebenfalls den «aktuellen Risiken und Trends» ausgesetzt, darum gelte es an der Herbstmesse Emotionen zu wecken, um ihren Erfolg sicher zu stellen, hielt Unterlerchner vor Stadtpräsident Kurt Fluri und seiner ebenfalls anwesenden Herausforderin Franziska Roth fest.

Digitalisierung und Demografie

Zu «Chancen für den Werkplatz Schweiz» referierte Hans Hess, Präsident von Swissmen. Er beleuchtet die Herausforderungen der Digitalisierung und appellierte ans Publikum, diese nicht nur als Risiko, sondern vor allem als Chance zu sehen. So seien «neue Business-Modelle» gefragt. 

Sehr beschäftigt den Industrieverbands-Vertreter der demografische Wandel. «Von den elf wichtigsten Berufsgruppen der Maschinenindustrie gehen in den nächsten Jahren 100 000 Babyboomer in Pension, nur 25'000 neue Arbeitskräfte stossen nach», wies Hess auf ein Hauptproblem hin.

Und schon fast fatalistisch begegnete der Referent seinem dritten Problemkreis: der stetigen Bürokratisierung, dem ständigen Hang zum Perfektionismus, ein Phämomen, das sich «wie eine Schlinge immer enger um unsere Wirtschaft zuzieht». Und so warb Hess dafür, den Kampf dagegen aufzunehmen, auch wenn ihm dies manchmal wie «der Kampf gegen Windmühlen» vorkomme. Immerhin verfüge die Schweiz mit dem dualen Bildungssystem und ihrer Innovationskraft auch über Trümpfe, doch müsse für den Erhalt des Werkplatzes Schweiz jeden Tag gekämpft werden.

Das «Bergwerk Kebag»

Die diesjährige HESO-Sonderausstellung bestreitet die Kehrichtverbrennungsanlage Kebag – augenfällig geworden durch die 35-Liter-Kehrichtsäcke mit einem originellen Werbe-Spezial-Aufdruck. Kebag Direktor Markus Juchli streifte vorerst die Schweizer «Abfallgeschichte» auch mit unrühmlichen Kapiteln wie der Lagerung des «Ghüders» in Deponien bis in die 70er Jahre – so auch in Solothurn auf dem Stadtmist. Heute produziert die Schweizer Bevölkerung pro Kopf jährlich 730 Kilo Abfall, der aber viel cleverer entsorgt werde als noch vor wenigen Jahrzehnten.

So gewinne man in Zuchwil derzeit Strom für 42'000 Haushalte und mit der bis 2025 realisierten neuen Verbrennungsanlage Kebag Enova, deren Baukosten von 439 Mio. Franken die 135 angeschlossenen Gemeinden tragen, «können wir noch 10 Prozent mehr Energie gewinnen», so Juchli. Und zeigte in den Grundzügen, wie die HESO-Sonderausstellung der Kebag daherkommen soll.

Gegliedert in die Themenblöcke «Vergraben - verbrennen - verwerten», wird die Entwicklung der Abfallbewirtschaftung bis zum heutigen Recycling von wertvollen Metallen gezeigt werden. Der Direktor sprach denn auch vom «Bergwerk Kebag», welches dereinst auch «die grösste Zink-Mine» der Schweiz sein werde.

Sport und Herz für Behinderte

Wie immer am HESO-Forum präsentierte sich auch die Gastregion, dieses Jahr Lenk-Simmental, sowie auf besonders sympathische Art und Weise, jene Institution, die jeweils mit der Aktion «HESO zeigt Herz» durch die Herbstmesse unterstützt wird. Im September gastiert auf dem Messe-Areal das Tagesheim Kontiki in Subingen.

Weiter vermeldete Urs Unterlerchner, dass neu ein Stand für Solothurner Sportvereine geführt werde und Alain Walter nach fünf Jahren Georg Kaufmann als HESO-Bauchef ablösen wird – die diesjährige Auflage betreue aber noch Kaufmann.

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