Benötigt wurden nicht nur zwei Konzertlokale mit Einspielräumen für die 20 Formationen der 21 Vereine. Gebraucht wurde auch ein Raum, wo die gegen 700 Musikanten, Dirigenten, Experten, Funktionäre und zusätzlichen Gäste verpflegt werden konnten. Als Konzertlokale dienten die Hallen in den Schulhäusern Brühl und Wildbach, für das eigentliche Fest die Cis-Halle.

Es ist in beiden Verbänden Tradition, dass Vereine, die an ein übergeordnetes Fest gehen, ihr Festprogramm spielen dürfen. Ihre beiden Wettstücke wurden im Brühl durch Beda Mast und Urban Bauknecht beurteilt.

Die Brass Band Lommiswil, die ebenfalls am Kantonalen Musikfest teilnimmt, spielte als einzige Ausnahme im Schulhaus Wildbach. Dort amteten Peter Danzeisen und Reto Trittibach als Experten.

Die hatten die nicht am Musikfest teilnehmenden Vereine zu beurteilen. Bewerten lassen durften diese ein Konzertstück aus der Wettspielliteratur. Die Conzert Band Langendorf entschied sich hingegen dafür, sich mit einem Unterhaltungsprogramm von 12 Minuten bewerten zu lassen.

Vergleichen von Aufgabestücken

Die Konzertvorträge im Schulhaus Brühl interessierten nicht zuletzt deshalb, weil es hier die neu komponierten Aufgabestücke nicht nur zu hören, sondern auch zu vergleichen gab. Die Spielgemeinschaft Rüttenen/Günsberg zeigte mit «Escapades for Band» jenes für die 4. Klasse für beide Besetzungen in der Brass- Band-Version.

Dazu kombinierte sie «High Flyers». Einen dreifachen Vergleich ermöglichten die drei Vereine Derendingen, Etziken und Luterbach mit der Komposition für die 3. Klasse Harmoniebesetzung.

Dieses «Aarwangen» von Carl Wittrock kommt bei Publikum und Musikanten sehr gut an. Dasselbe gilt für das Aufgabestück der 2. Klasse Harmonie. Dieses «Etosha» von Armin Kofler liessen der Musikverein Harmonie Gerlafingen und die Stadtmusik Grenchen direkt nacheinander erklingen.

Mit der MG Harmonie Biberist, der MG Recherswil und der Blasmusik Zuchwil liessen jene drei Vereine, welche in Kriegstetten beim U-Wettbewerb antreten, ihre Wettprogramme bemessen. Dabei liessen sich auch gleich die drei gefälligen Pflichtstücke erkennen, welche der Klasse entsprechend in die Vorträge eingebaut werden müssen.

Für die Parademusik wurde die Muttenstrasse für den Verkehr gesperrt. Auch die liegt nicht gerade in Stadtnähe. Bedenken von Vereinen, dass dort Publikum fehlen würde, erwiesen sich als unbegründet.

Die Lage im nahezu offenen Gelände liess den relativ starken Wind ungebremst wirken. Das bekamen vorab die Fähnriche extrem zu spüren. Aber auch die Tambouren beklagten sich. Ihnen wollte der Wind ständig die Trommeln wegdrehen.

Die benötigten Tambouren überhaupt zu finden, war für die Musikvereine ein Problem. Die Tambourenvereine der Region priorisierten natürlich an diesem Wochenende die Teilnahme am Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest in Frauenfeld.

Trotzdem gab es ausgezeichnete Vorbeimärsche zu geniessen. Es wurde spannend, wer schliesslich zu den drei Vereinen mit den höchsten Punktzahlen gehören würde. Nur diese drei wurden zum Abschluss verraten.

Es waren - wenig überraschend - drei Teilnehmer am Kantonalen. Entsprechender Jubel brandete an den Tischen der Blasmusik Zuchwil (3.), der MG Harmonie Biberist (2.) und besonders bei der MG Derendingen (1.) auf.