Ausstellung
Amerikanerin stellt Werke rund um Märchen und Mythologien in Solothurn aus

Die gebürtige Amerikanerin Monika Teal zeigt neue Arbeiten in der Galerie 9 in Solothurn. In ihren Werken spielen Märchen und Mythologien, sowie die Beziehungen zwischen Kultur und Natur eine zentrale Rolle.

Eva Buhrfeind
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Tiere spielen für die aus North Carolina gebürtige Künstlerin eine wichtige, wenn nicht wesentliche Rolle.

Tiere spielen für die aus North Carolina gebürtige Künstlerin eine wichtige, wenn nicht wesentliche Rolle.

Eva Buhrfeind

Es sind wiederum seltsame, fremd-vertraute Bildmomente, die sich hier präsentieren. Krähen, immer wieder, in den Bildern, als Schar Krähenköpfe, die mit ihren bunt verzierten Schnäbeln aus der Wand zu wachsen scheinen.

Krähen, die symbolisch wirken, mystisch, aber nicht als düsteres Filmzitat verstanden werden dürfen. Auch Hunde, Wölfe, Schafe, der Wapiti-Hirsch, figurativ gemalt oder gezeichnet, als einfallsreiche dreidimensionale Objekte mit einem naturhistorischen wie auch symbolischen Anklang.

Doch während die Krähen und die Schafe in den feinfarbigen Gummiarabikum- Monotypien mit ihrer klassischen Note das lustvolle zeichnerische Talent von Monika Teal ausdrücken, so vertieft die Künstlerin vor allem mit den Ölfarben farbige Geschehen, in denen ihre uramerikanischen und europäischen Wurzeln, deren Märchen und Mythologien zusammenfliessen.

Kultur und Natur

Tiere spielen für die aus North Carolina gebürtige Künstlerin eine wichtige, wenn nicht wesentliche Rolle. Mit ihren eigenwilligen Interpretationen be- und hinterfragt sie die Beziehungen zwischen den Kulturen und den Naturen: Hirsch und Mensch in der Metamorphose, Leda und der Schwan in einer theatralisch reduzierten Inszenierung, die bös-schöne Stiefmutter, eine magische Krähe mit einer Perle im Schnabel.

Auch die dreidimensionalen Objekte, der perlenbestickte «heulende Wolf», ein nativ-dekoratives Wandobjekt, die rätselhafte, schwarzhäutige «Native Blood», ein entrücktes Frauenwesen mit Krähenfedergewand, mit fein ziselierter Perlenhaube und Geweih sowie einer sinnbildhaft aus dem Hinterkopf wachsenden Krähe geschmückt, treten als allegorische Boten einer nativen und modernen, im künstlerischen Ausdruck Monika Teals zusammengewachsenen Kultur auf.

Denn die bis vor kurzem in Solothurn und nun in Bern lebende Monika Teal versteht Märchen und kulturelle Fabeln als kreative Kräfte, mit denen sie eigene und gesellschaftliche Themen anekdotisch bebildert – getragen von einer bewussten figürlichen Malerei, die ihre mehrjährige künstlerische Aus- und Weiterbildungen unter Beweis stellt.

Bis 6. April. Geöffnet: Do und Fr, 17–20 Uhr, Sa und So, 14–17 Uhr.

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