Spitex Solothurn
«Ambulante Pflege ist im Kanton Solothurn günstiger als in anderen Kantonen»

Trotz vieler Herausforderungen und einem anspruchsvollen Jahr ist die Bilanz der Spitex Solothurn positiv. Die Betriebsrechnung kann mit 42'700 Franken Aufwandüberschuss geschlossen werden.

Mark A. Herzig
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Die ambulante Pflege ist laut Spitex-Vorstand im Kanton Solothurn günstiger als in anderen Kantonen.

Die ambulante Pflege ist laut Spitex-Vorstand im Kanton Solothurn günstiger als in anderen Kantonen.

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Für die Spitex Solothurn war 2015 ein anspruchsvolles Jahr vielfältiger Herausforderungen. Probleme mit der elektronischen Datenverarbeitung, ein nie dagewesener Anstieg der Nachfrage und Personalabgänge galt es zu bewältigen - und doch wurden die erwarteten Leistungen erbracht.

Licht und Schatten bei der Elektronik

Ohne Elektronische Datenverarbeitung (EDV) ist ein Betrieb wie derjenige der Spitex Solothurn nicht mehr zu führen. Erst recht nicht, wenn sie zwar installiert aber untauglich ist. Das sagt Präsidentin Barbara Probst Bernath in ihrem Jahresbericht.

Probleme mit der Software «Curamo» hatten schon 2014 den Betrieb belastet. Höhepunkt war Anfang des Berichtsjahres die Mitteilung, dass die Swisscom das Programm nicht weiter entwickle und auf Herbst 2015 ganz einstelle.

Der Umstieg kostete 220'000 Franken und wurde durch Swisscom mit lediglich 52'000 Franken entschädigt. Datenübernahme und Schulung aller Mitarbeitenden bedingten zahlreiche zusätzliche, nicht verrechenbare Stunden.

Ein Kränzchen den Mitarbeitenden

Anfang Jahr verliessen die stellvertretende Betriebsleiterin und deren Stellvertreter den Betrieb. «Glücklicherweise konnten sie durch zwei kompetente Mitarbeiterinnen ersetzt werden, die kurz nach ihrem Einstieg mit einem noch nie dagewesenen Auftragszuwachs konfrontiert wurden, der bis in den Späthherbst dauerte», berichtete Betriebsleiterin Kathrin Lanz.

Die Nachfrage wurde in Zusammenarbeit mit Spitex Langendorf-Oberdorf und durch den Einsatz von Temporärpersonal aufgefangen. Dieses Auf und Ab sowie die erneut losgetretene Debatte über die Spitex, deren Pflichten und Kosten und wie diese in den Griff zu bekommen seien, belasteten die Mitarbeitenden stark. Für die vorbildliche Bewältigung dieser Situation empfingen sie einhellig Anerkennung und Dank.

Eindrücklicher Leistungsausweis

Allen Widerwärtigkeiten und Problemen zum Trotz kann sich der Leistungsausweis der 60 Mitarbeitenden für 2015 der Spitex Solothurn sehen lassen: Insgesamt 530 Klienten und Klientinnen wurden betreut, durchschnittlich 167 in 250 Einsätzen pro Tag besucht.

Die Mahlzeitenfahrerinnen und -fahrer überbrachten laut Berichterstatter Ernst Hagmann 22'166 warme Mahlzeiten an 182 Klienten, 3'743 kg Wäsche wurde verarbeitet. Die Mitarbeiterinnen fuhren im Berichtsjahr 157'400 Kilometer. 1'231 Mitglieder bilden die Vereinsbasis, sie entrichten weiterhin einen Jahresbeitrag von 30 Franken für Einzelpersonen und Familien.

Die Betriebsrechnung schloss bei einem Gesamtaufwand von 4,25 Mio. mit 42'700 Franken Aufwandüberschuss. Dass dieser nicht höher ausfiel, begründete Sonja Ruchti mit den Beiträgen des Spitex-Vereins von 131'400 Franken und des Armenvereins an Infrastruktur- und IT-Kosten von 30'000 Franken. Sie wies darauf hin, dass der Gemeindebeitrag seit Jahren bei 880'000 Franken stehe, die Leistungen aber beträchtlich zugenommen hätten.

Oskar Fluri, Vertreter der Gemeinde und der Hausärzte im Spitexvorstand, ging in einem engagierten Referat mit kürzlich veröffentlichten Aussagen von Pirmin Bischof hart ins Gericht. Es habe sich gezeigt, dass im Gesundheitswesen Wettbewerb die Kosten nicht senke, zudem brauche es eher grössere Betriebe, um effizient zu sein.

Die ambulante Pflege sei im Kanton Solothurn günstiger als in anderen Kantonen. Und die meisten Zahlenvergleiche seien nicht nachvollziehbar, da die privaten Anbieter ihre Zahlen nicht vorlegten, die öffentliche Spitex jedoch transparent sei, zudem habe diese Pflichtleistungen zu erbringen. Alex Nussbaumer von der Sozialen Diensten der Stadt betonte, man habe eine preiswerte Spitex und lobte seinerseits deren Transparenz, die auch der Politik helfen werde, richtige Entscheide zu fällen.

Kostentransparenz bei Spitex-Organisationen

Harsche Kritik an Pirmin Bischof

Oskar Fluri, Vertreter der Gemeinde und der Hausärzte im Spitexvorstand, ging in einem engagierten Referat mit kürzlich veröffentlichten Aussagen von Pirmin Bischof hart ins Gericht. Es habe sich gezeigt, dass im Gesundheitswesen Wettbewerb die Kosten nicht senke, zudem brauche es eher grössere Betriebe, um effizient zu sein. Die ambulante Pflege sei im Kanton Solothurn günstiger als in anderen Kantonen. Und die meisten Zahlenvergleiche seien nicht nachvollziehbar, da die privaten Anbieter ihre Zahlen nicht vorlegten, die öffentliche Spitex jedoch transparent sei, zudem habe diese Pflichtleistungen zu erbringen. Alex Nussbaumer von den Sozialen Diensten der Stadt betonte, man habe eine preiswerte Spitex und lobte seinerseits deren Transparenz, die auch der Politik helfen werde, richtige Entscheide zu fällen. (mhs)