Landhausquai Solothurn
Am Wochenende steigt «Fête d’été» anstelle von Sommernachtsfest

Seit 15 Jahren sind die Feste am Landhausquai beliebt bei den Solothurnern - heutzutage gibt's praktisch immer irgendwo eine Veranstaltung. Aber auch dieses Jahr soll beim Landhaus gemütlich gefeiert werden - bei gutem Wetter sogar mit Open Air.

Andreas Kaufmann
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Damals hiess die Veranstaltung noch Sommernachtsfest: die Feier am Landhausquai von 2012. (Archiv)

Damals hiess die Veranstaltung noch Sommernachtsfest: die Feier am Landhausquai von 2012. (Archiv)

Beatrice Meier

Mangelnder Besucheransturm wäre der letzte Grund gewesen, der Tradition der Sommernachtsfeste ein Ende zu setzen. Im Gegenteil: Über zu wenig Publikum konnten sich die Veranstalter am Landhausquai während über 15 Jahren nie beklagen, wie sich Mitorganisator Michael Wilhelm von der Genossenschaft Kreuz erinnert. Mit Musik, Kulinarik und Geselligkeit wurde hier gefeiert. Zum überwiegenden Wetterglück kam der Charme der kleinen Märetfescht-«Schwester» hinzu. «Und dies – obwohl meistens am gleichen Wochenende auch das Openair Etziken stattfindet.»

Zu Zeiten des Breggerhauses wurden am Quai Rekordzahlen verzeichnet. Doch bleibt heuer nur noch die Erinnerung ans letztjährige Sommernachtsfest. «Der Geist auf dem Landhausquai hat sich verändert», bestand doch am Anfang die Absicht, den Ort zu beleben und den Gästen ein eigenes Fest zu bieten. Als Initianten machten sich Francesco Infantino von der Cantina del Vino, die damalige Leitung der Jugendherberge, sowie das «Kreuz» stark. Eine Belebung scheint heute aber fast obsolet geworden: «Hier herrscht ja immer ein Fest – und praktisch jedes Gebäude beherbergt eine Bar oder ein Restaurant», stellt Wilhelm schmunzelnd fest. «So ist es nicht mehr nötig den Platz für ein Fest zu okkupieren.»

Gleichzeitig sei auch das Geflecht der Player auf Platz komplexer geworden – «was es schwieriger mache, einen Konsens für ein solches Fest zu finden.» «Zu aufwendig» ist ein weiterer Grund, der auf der Homepage des «Kreuz» zu lesen ist. Und so sei die Nachfrage im Kreis der Veranstalter halt gesunken, bis auf zwei, drei Betriebe, die die Tradition fortsetzen wollten. Die städtischen Behörden haben ihr Bedauern ausgedrückt – «und auch einige Besucher der vergangenen Jahre».

Zur Ausgangsmeile gemausert

Aus finanzieller Sicht ist die Bilanz der vergangenen 15 Jahre durchzogen. «Mit den guten Jahren konnten wir die Defizite der schlechten decken», so Wilhelm. Einzig bei den Eintrittsbändeli habe die Zahlungsmoral zu wünschen übrig gelassen. «Aber es war auch nicht die Absicht viel Umsatz zu generieren, sondern Werbung für den Ort zu machen.» So scheint sich eine Tradition abzuschaffen, die ihren Zweck erfüllt hat: «Vor 15 Jahren war es hier nachts nicht angenehm», verweist Wilhelm auf die damalige Kriminalität. «Doch heute ist es buchstäblich eine Ausgehmeile.» Hoffnung hegt er dennoch: «Dass eine nachfolgende Generation hier etwas Neues erschafft.»

Ganz auf Festivitäten verzichten muss der Fan jedoch auch heuer nicht. «Soweit das Wetter mitspielt, wird ein Open Air stattfinden», verrät Wilhelm. So steigt diesen Samstag ab 18 Uhr die «Fête d’été»: Entlang dem Landhaus wird eine kleine Bühne stehen. «Max der Zinger» ist ein Singer-Songwriter aus Genf. Als zweite Formation wird das Trio «Manifique» zu hören sein – die Band selbst ist quasi eine Ode an den grossen Berner Liedermacher Mani Matter – zwischen Authentizität und Improvisationsfreude.

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