Alles, was zwei «Redli» hat und von reiner menschlicher Muskelkraft angetrieben wird, hat am kommenden Wochenende Hochkonjunktur. Nicht nur wegen der gesundheitsfördernden slowUp-Aktion, die am Sonntag die ganze Region auf den Beinen, Rollen und Pedalen hält.

Wer nämlich grundsätzlich von Drahteseln angetan ist, kommt auch um die Bike Days nicht herum, die vom Freitag bis Sonntag zum dritten Mal in der Umgebung der Reithalle stattfinden. «Wir wollen ein abgerundetes, ganzheitliches Velofestival in all seinen Facetten: kulturell, sozial, wettkampfmässig, aber auch kommerziell», betont Maurus Strobel, Medienverantwortlicher der Bike Days.

Breitentauglich und exotisch

Die Ganzheitlichkeit indes wird zum zentralen Leitgedanken der «runden» Veranstaltung. Neben den Wettkämpfen im Bereich Mountain Bikes und BMX sowie dem Racer Bikes Cup werden auch zahlreiche Shows geboten, wo für einmal der Spass (am Ausüben und Zuschauen) vor dem Gewinnen steht.

Dabei wird auch mal ein Breakdance mit dem BMX vorgeführt. Doch, ob Wettkampf oder Show, für Strobel ist, klar: «Die national und zum Teil international bekannten Athleten schätzen einen Anlass in diesem Rahmen, wo sie von mehreren tausend Leuten unterstützt werden.»

Und beides soll Platz haben, das breitentaugliche wie das exotische Veloerlebnis, verrät Strobel: «Da machen wir den Fächer auf – vom Racing, wo Geschwindigkeit im Vordergrund steht, über den kreativen BMX-Breakdance bis hin zum mutigen Akt auf der Sprungschanze.»

120 Aussteller, 350 Marken...

Doch natürlich muss man nicht nur den anderen beim Schwitzen zuschauen: Auch selbst kann man in die Pedale treten, sich in einem Workshop über die ideale Verwendung der E-Bikes schlaumachen oder auf den zahlreichen Parcours die angebotenen Zweiräder testfahren – von Downhill bis City Bike. Podiumsdiskussionen, Multivisionsveranstaltungen, Konzerte, Partys und Filmaufführungen runden das Rahmenprogramm ebenso ganzheitlich ab.

Und auch das kommerzielle Angebot folgt dem Gedanken der Ganzheitlichkeit: 120 Aussteller bieten unter 350 Marken alles vom Tricot über Schutzbekleidung und Helm bis hin zum Velozubehör und der Summe aller Teile: dem Velo selbst. Gerade hier stossen die Bike Days aber auch an ihre Grenzen. Strobel: «Seit Wochen können wir keine Aussteller mehr aufnehmen.» Doch auch wenn die oberen Kapazitätsgrenzen erreicht seien: «Jetzt wollen wir in Qualität, nicht aber unbedingt in Quantität weiterwachsen.»

Denn selbst wenn man meinte, dass das «nationale Velo-Festival» auch in der Stadt XY durchgeführt werden könnte: Mit Solothurn können andere – notabene grössere – Städte offenbar doch nicht mithalten: «Sogar für die Standorte Zürich und Bern gab es Gründe dagegen.» Bei Solothurn waren der zentrale Standort und nicht zuletzt aber auch die Nähe zur Romandie als Plus-Kriterien ausschlaggebend.

Ein weiterer Vorzug der aktuellen Lage kommt in diesem Jahr hinzu. So wird neu auch die Reithalle genutzt. Während in den vergangenen Jahren einzelne Rahmenveranstaltungen im Uferbau stattfanden, werden nun sämtliche Anlässe im Areal vom Schanzengraben bis zur Chantierwiese konzentriert. In der Reithalle selbst soll ein Partykonzept auch jene Kreise ansprechen, die sonst nicht wegen Zweirädern anreisen würden.

Bike Days Solothurn 6. bis 8. Mai, rund um die Reithalle.