Solothurn
Am Obsttag verschwunden: Die 14 Tierpräparate sind zurück im Naturmuseum

Die anlässlich des Obsttag gestohlenen Exponate aus dem Naturmuseum Solothurn sind wieder zurück. Ein unbescholtener Passant wollte sie vor der Entsorgung in Sicherheit bringen.

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14 Tierpräparate von Vögeln und Kleinsäugern ähnlich wie hier im Bild waren abhanden gekommen. Jetzt sind sie wieder zurück.

14 Tierpräparate von Vögeln und Kleinsäugern ähnlich wie hier im Bild waren abhanden gekommen. Jetzt sind sie wieder zurück.

Wolfgang Wagmann

Maulwurf, Waldmaus, Hermelin, Buchfink, Kohlmeise, Gartenrotschwanz, Blaumeise, Gimpel, Stieglitz, Feldsperling, Siebenschläfer, Grünspecht, Steinkauz und Steinmarder sind wieder zurück. Es handelt sich um 14 Tierpräparate, die das Naturmuseum als Leihgabe für den Obsttag von vergangenen Donnerstag zur Verfügung gestellt hatte.

So sollten die Präparate laut Hans Neeracher vom Obsttag-Organisationskomitee dazu dienen, «die Nützlichkeit von Hochstamm-Obstbäumen für die Tierwelt zu demonstrieren.» Nur: Die zwei Bananenkisten mit den Präparaten waren plötzlich spurlos verschwunden, nachdem sie ein mit dem Transport beauftragter Landwirt auf dem Rossmarktplatz zur Zwischenlagerung versteckt hatte.

Der Finder hat die Präparate nun zurückgebracht – wohlgemerkt sei es kein Dieb gewesen. Andreas Schäfer, stellvertretender Museumsdirektor ist sich dessen sicher: «Es war kein Diebstahl und sicherlich keine Absicht.»

Vor Grünabfuhr gerettet

Offenbar habe der Landwirt die Transportkisten in der Nähe einer Grünabfuhrstelle abgestellt. Ein Passant befand, dass die Präparate sicherlich nicht weggeschmissen gehören und brachte sie in Sicherheit. Durch den Zeitungsartikel habe er erfahren, was es mit den Präparaten auf sich hat und sie zurückgebracht, «unversehrt», wie Schäfer freudig betont.

Der Präparationswert der Stücke liegt bei 6700 Franken, der wissenschaftliche Wert hingegen sehr viel höher. Besonders Steinkauz und Siebenschläfer seien schwer zu ersetzen, so Schäfer. Sie und die anderen zwölf Präparate sind ja jetzt wieder zurück im «Nest».

«Glück, Pech, Zufall, Witz und Unwissen in einem»

Der Finder der kostbaren Ware schildert, wie er zum tierischen Schatz kam – und wie er ihn wieder zurückgab. «Da sind Glück, Pech, Zufall, Witz und Unwissen zusammengekommen», fasst Fabian Vogel, Koch im «Vini al Grappolo» zusammen: Als er am Dienstagmorgen auf dem Weg zum Einkaufen die Bananenkisten beim Grünabfall entdeckt, ist er überzeugt, sie seien von jemandem «zum Mitnehmen» hingestellt worden.

«Weil dort jeweils auch der Grünabfall deponiert wird, ging ich davon aus, dass jemand die Kisten wegschmeissen wollte.» Glücklich über den Fund an ausgestopften Tierchen präsentiert er ihn seiner Frau und seinen drei Mädchen, «natürlich mit dem Hinweis, dass wir noch beim Naturmuseum nachfragen müssen, bevor wir ihn behalten.»

Als er die Präparate genauer ansieht, kommt er zum Schluss, dass sie in einem zu schlechten Zustand seien, als dass sie zu einem Museum gehören könnten. «Ausserdem fanden wir trotz schöner Beschriftung keinen Hinweis auf die Eigentümer.»

Am nächsten Tag sorgt dann aber Vogels Arbeitskollege für Aufklärung: «Du bist in der Zeitung», meint er und zeigt auf den Artikel über den Tierpräparaten-Klau. Klare Sache für Fabian Vogel, die 14 ausgestopften Tierchen ihrer rechtmässigen Eigentümerin, dem Naturmuseum Solothurn, zurückzugeben. (ak)

Dieses Präparat eines Maulwurfs wurde am Obsttag 2017 gestohlen
14 Bilder
Auch das Präparat der Waldmaus (links im Bild) war unter den gestohlenen Objekten
Ein Präparat eines solchen Steinkauzes wird vom Naturmuseum Solothurn ebenfalls vermisst
Ebenfalls in der Kiste der Präparate waren: Buchfink...
Kohlmeise
Gimpel
Stieglitz
Blaumeise
Gartenrotschwanz
Feldsperling
Grünspecht
Hermelin
Siebenschläfer
Steinmarder

Dieses Präparat eines Maulwurfs wurde am Obsttag 2017 gestohlen

Hanspeter Bärtschi