Kanton Solothurn
Am Museumstag gabs Handwerk und Rituale zum Anfassen

Viele Besucherinnen und Besucher haben am Internationalen Museumstag an verschiedenen Schauplätzen im Kanton Solothurn Traditionen hautnah erlebt.

Katharina Arni
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Alle Materialien zum Geigenbau auf einen Blick
26 Bilder
Auch die Zuschauer durften ein Tänzchen wagen
Museumstag Solothurn 2015
Traditionelle Lieder kommen auch bei den Kleinen gut an
So könnten die selbstgemachten Ziegel am Ende aussehen
Mit viel Begeisterung verzierten die Kinder auf Schloss Waldegg Porzellanteller
Mit viel Begeisterung verzierten die Kinder auf Schloss Waldegg Porzellanteller
Mit Tatkräftiger Unterstützung konnten alle ihre eigenen Ziegel herstellen
Konzentriertes Züpfebacken
In die Flügel wird ein Draht gezogen und mit Fingerspitzengefühl angenäht
Kindertanzen auf Schloss Waldegg
Gespannt warten alle auf das Ergebnis ihrer Backkünste
Geigenbauer Kuno Schaub stellt auf Schlosswaldegg sein filigranes Handwerk vor
Gekonnt wird der Lehm in die vorgesehene Form gedrückt
Geigenbauer Kuno Schaub stellt auf Schlosswaldegg sein filigranes Handwerk vor
Die Trachtenvereinigung zeigte ihr Können
Dieser Uhu soll heute im Naturmuseum in Solothurn ausgestopft werden
Geigenbauer Kuno Schaub stellt auf Schlosswaldegg sein filigranes Handwerk vor
Die Trachtenvereinigung zeigte ihr Können
Die Terrasse auf Schlosswaldegg lud bei strahlendem Sonnenschein zum verweilen ein
Die kleinen mussten dieses Lied mit zugeklemmter Nase singen
Die JagdhornbläserWandflueh spielen vor dem Solothurner Naturmuseum auf
Die JagdhornbläserWandflueh spielen vor dem Solothurner Naturmuseum auf
Der Weg zum selbstgemachten Ziegel beim alten Zeughaus war steinig und steil
Die JagdhornbläserWandflueh spielen vor dem Solothurner Naturmuseum auf
Der mitgebrachte Bussard wurde von Tierpräparatorin Sabrina Beutler aufgetaut und trockengeföhnt

Alle Materialien zum Geigenbau auf einen Blick

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

Überlieferte Handwerkskünste, Rituale, Feste, traditionelle Musik und der Umgang mit der Natur – sie alle gehören zum kulturellen Erbe der Gesellschaft. Dass ein Museum der ideale Ort ist, um diesen lebendigen Traditionen einen Platz einzuräumen, kam einmal mehr am Internationalen Museumstag zum Ausdruck.

Im Naturmuseum, im Alten Zeughaus, im Kunstmuseum und im Kabinett für sentimentale Trivialliteratur wurde gebacken, geknetet, gelauscht, gegessen und getrunken und Spurensuche betrieben.

Im Museum Blumenstein sitzen Claudia und Thomas Suter und die sechsjährige Eline vor einem Zmorgeplättli mit Brot, Käse und Wurst. Im Vorhof des ehrwürdigen Schlosses stehen Tische und Bänke. Man fühlt sich zurückversetzt in eine Zeit, in der die Herrschaften mit der Kutsche vorfuhren und von dienstfertigem Personal empfangen wurden. Eine Zeit auch, wo andere Sitten und Gebräuche herrschten, die an diesem sonnigen Sonntagmorgen wieder zum Leben erweckt werden sollen.

«Es ist cool»

«Es ist cool, vor einem so schönen Gebäude zu sitzen», sagt Claudia Suter. Es ist nicht das erste Mal, dass die Familie aus der Hubelmatt mit dem Velo am traditionellen Museumstag unterwegs ist, und Eline war sogar einmal zu einem Geburtstagsfest im Blumenstein eingeladen. Unter dem Zelt formen Kinder kleine Brötchen und Erwachsene Zöpfe, die von Landfrauen aus der Region in einem mobilen Backofen gebacken werden. Auch Eline gehört zu den Bäckerinnen, die nun gespannt auf ihre Brötchen wartet.

Überhaupt ist dieser Museumstag im Blumenstein nicht gleich wie alle anderen. Nebst regionalen Spezialitäten können auch verschiedene Solothurner Trachten bewundert werden. Und ganz unerwartet ist Museumskonservator Erich Weber noch zu einem Geschenk gekommen. «Das Heimatmuseum Schwarzbubenland in Dornach hat uns für diesen Tag zwölf Trachtenpuppen geschenkt», freut er sich und verweist auf die Ausstellung drinnen im Salon Rouge.

Auf dem Zeughausplatz legt Susanne Schillinat vom Verband der Schweizerischen Ziegelindustrie vorsichtig Tonplatten zum Brennen in ihr Auto. Sie können später im bernischen Rapperswil abgeholt werden. Im Zelt ist Felix Schibler aus Hüniken mit der Verzierung seines eigenhändig geformten Ziegels beschäftigt. Er ritzt ohne Vorlage einen Tannenbaum in den Ton – das Wappen seines Heimatdorfes.

Die Tierpräparatorin

Spannend wird es im Naturmuseum. Tierpräparatorin Sabrina Beutler beschäftigt sich mit dem künstlichen Körper eines Uhus, während die Kinder herunter gefallene Federn aufheben, um sie mit nach Hause zu nehmen. «Der seltene Beruf einer Tierpräparatorin ist unglaublich spannend und vielfältig», klärt sie die Zuschauenden auf. «Ich bin Gerberin, Bildhauerin, Zoologin, Tierärztin, Schreinerin und Schlosserin in einem.»

Präparierte Tiere und Jagdobjekte sind für einen Tag auch im Kabinett für sentimentale Trivialliteratur ausgestellt. Doch das ist nicht alles. Cécile Eggenschwiler erzählt den Erwachsenen Jagdgeschichten aus dem Buch «Der Klosterjäger» von Ganghofer und beglückt die Kinder mit Tiermärchen. Die Jagd ist aber auch im Kunstmuseum ein Thema. Doch bevor dort die Spurensuche für schlaue Köpfe und gute Augen beginnt, laden die Jagdhornbläser Wandflueh zu einem Ständchen ein – auch zur Freude der Parkbesucher.