Bunt und lebendig wirkte die Halle. Lebensfroh strahlten die Gesichter. Der erste Märzsamstag ist Kinderfest-Tag von insieme Solothurn, der Vereinigung für Menschen mit geistiger Behinderung. Bereits zum elften Mal konnten sich behinderte und nichtbehinderte Kinder begegnen. Das Teilnehmer-Spektrum reichte von Kleinkindern bis zu Teenagern, sie verbrachten einen tollen Nachmittag in der Turnhalle Brühl. Manche nutzen alle Angebote. Sie tobten sich auf dem Parcours der Solothurner Gruppe des Behindertensport-Vereins «PlusSport» aus. Zum Beispiel pendelten sie auf der Schaukel, die mit Chiffontüchern wie ein Himmelsboot wirkte. Anderswo konnte man sich schön oder furchterregend schminken lassen.

In einer Ecke entlockte der togolesische Musiklehrer Joël Equagoo mit Besuchern den Djembes, Kongas und andern Instrumenten warme Rhythmen. Auf der von der SAC-Sektion Seeland bereitgestellten Kletterwand konnte man waghalsige Höhen erklimmen. Es gab auch ein neues Angebot für ruhigere Momente, da durfte mit Filzstiften ein Himmel-und-Hölle-Spiel gestaltet werden. Manch Ältere zog es hinauf auf die Bühne, wo Jonas Anderegg von der Tanzschule Balladyum die Kids zum Hip-Hoppen brachte. «Es hat etwa 30 Helfer, dazu kommt noch das SAC-Team», sagte Sonja von Allmen, eine der Co-Präsidentinnen von insieme Solothurn. «Es ist ein grosser Aufwand, aber dadurch, dass es gut besucht wird, lohnt es sich.»

Spass ist universal

Bis zu 100 Kinder vergnügten sich, darunter auch viele Nichtbehinderte. «Am Anfang, als wir das Kinderfest einführten, nahmen kaum Behinderten teil.» Im emsigen Treiben fällt häufig gar nicht auf, wer ein Handicap hat und wer nicht. Das ist für einmal völlig egal. Die Angebote sind für alle geeignet. Und der Spass ist universal. «Ich finde es schön, wie hier behinderte und nichtbehinderte Kinder miteinander spielen können», meint ein Vater eines behinderten Sprösslings, «so was sollte es öfters geben.» Käthi Keller von PluSport sah, dass manche Besucher gegenüber der Durchmischung zuerst ein wenig Skepsis zeigten. «Aber bald schon merken sie, dass es gut geht.»

Dieses Jahr war die Miete der Kletterwand doppelt so teuer, was insieme in arge Nöte brachte – ist doch der Eintritt gratis. Da war man froh, als der Rotaractclub Solothurn – die Jugendorganisation der Rotary-Bewegung - Hilfe anerbot. Sie spendeten die fehlenden 600 Franken und packten auch gleich vor Ort mit an.