Etwas eng war es für die Narren schon im Nictumgässlein vor dem Pfarrhaus St. Ursen, zumal davor noch alle Märetstände gestapelt waren. Der Grund: Das Werkhofmagazin an besagter Gasse wurde anderweitig gebraucht. Hatte doch «Powerhouse»-Inhaber und Ober-Ober Markus Wälti das lauschige Magazin mit seinen Bruchsteinmauern und dem schönen Dachgebälk in einen veritablen Partytempel mit reichlich Tranksame und Verpflegung draussen vom Grill verwandelt.

Der neue Mann von der Weststadtzunft bat, bevor er den Hilari einläutete, seinen Vorgänger Max Kaeser auf die Bühne und überreichte ihm die Ehren-Ober-Ober-Medaille. Dann strapazierte sich Wälti keineswegs mit den sonst üblichen Versen, sondern machte das, was er beruflich am besten kann: eine gute Show mit Sound und Filmeinspielungen abziehen.

Erster Programmpunkt: ein Interview mit dem Hausherrn und Werkhofchef Patrick Schärer. Dieser recykle die Konfetti nach Farben von Hand, flachste Wälti – was für Schärer recht mühsam wäre: «18 bis 22 Tonnen Konfetti sammeln wir an und nach der Fasnacht von Euch ein», brachte er auch die hart gesottensten Fasnächtler zum Staunen.

Wer hats erfunden?

Brüller waren aber die Filmeinspielungen mit Befragungen zur Solothurner Fasnacht. Zuerst wurden mit getürkten Fragen unschuldige Passanten durch den Kakao gezogen, dann versierte Fasnachtsprofis. «Bei den Schanzennarren und den Gassenfägern dürfen nur noch Frauen mitmachen, ist das noch zeitgerecht?» Jawohl, fanden vor allem etliche Passantinnen.

Speziell wanden sich die Profis dann bei der Frage, «Wer hat die Solothurner Fasnacht erfunden?». Immerhin schälte sich ein klarer Favorit heraus, der übrigens sich selbst als den Erfinder bezeichnete. Doch lassen wir das, denn informativer war ein Narrenquiz mit der interessanten Erkenntnis, dass die goldene Fasnachtsplakette exakt 33 Gramm wiege.

Der Rest ist rasch erzählt: Vater und Sohn Ferrari verwandelten die Rathaus- wieder in die Eselgasse, die Narrenzunft Honolulu begab sich zur Entmachtung des Stadtpräsidenten an die Baselstrasse. Kurt Fluri nahms cool: «Jetzt kann ich wenigstens vorübergehend ein wenn auch arbeitsreiches Amt abgeben ...»