Plakettenbörse
Am gefragtesten waren nicht die ältesten Plaketten: Gesucht war die letztjährige Ausgabe

In Solothurn fand am Sonntag die 36. Fasnachtsplaketten-Börse statt. Wegen dem schlechtem Wetter am letztjährigen Fasnachtsdienstag waren vorallem die Plaketten aus dem Jahr 2017 sehr gesucht.

Pius Rüegger
Drucken
Teilen
Plakettenbörse 2018
30 Bilder
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018
Plakettenboerse 2018

Plakettenbörse 2018

michelluethi.ch

Einen interessanten Effekt förderte die gestrige 36. Solothurner Plakettenbörse im Museum Altes Zeughaus zutage. «Lustigerweise waren die Kupfer- und Silberplaketten des letzten Jahres die Gefragtesten», stellte UNO-Plakettennarr Toni Armbrust erstaunt fest. Der Börsenorganisator führt diesen Umstand auf das schlechte Wetter am Fasnachtsdienstag 2017 zurück, das viele Besucher abhielt, sich den Umzug in der Reprise anzusehen. Deshalb fehlt dieser Jahrgang. Da überrumpelt, hatte er selbstredend nicht genügend «2017er» mitgenommen.

Schwieriges Tauschgeschäft

Aber auch ältere Exemplare wurden angeboten. Doch in beiden Fällen kam es zu keinem Besitzerwechsel. Ein Sammler wollte eine «39er» Blech nur gegen die ihm fehlende «38er» Blech tauschen. Diese war bei keinem der 16 Ausstellenden zu finden. Auch bei der zweiten Rarität handelte es sich um eine «38er», jedoch in Silber. Das Ehepaar aus dem Oberaargau, das durch einen Nachlass in deren Besitz kam, nahm diese Plakette wieder mit nach Hause. Zu den Gründen zum Nichtverkauf wollte es sich nicht äussern.

Aus der grossen Auswahl an angebotenen Plaketten stiessen nebst Grenchen speziell Anbieter aus dem Oberaargau, aus Oberbipp und Langenthal, hervor. In Oberbipp gibt die Schopfgugger-Zunft seit ihrem 10-Jahre-Jubiläum 1983 eine Plakette heraus. Zuerst in Bronze, seit 1988 in Gold, Silber und Bronze, immer in der gleichen Art und mit einem markanten Gebäude aus dem Dorf. «Wir suchen fehlende Oberbipper Plaketten, damit unvollständige Sammlungen komplettiert werden können», begründete Gründerpräsident Urs Anderegg.

Einzige Börse der Schweiz

Da schweizweit die Solothurner Fasnachtsplaketten-Börse als einzige überlebte und deshalb auf Besucher aus nah und fern zählen kann – Armbrust schätzte bei ständigem Kommen und Gehen 300 bis 350 Personen – können auch immer mehr dieser närrischen Erinnerungsstücke aus anderen Gebieten bestaunt und gehandelt werden.

Liebevoll packten zwei ältere Damen während des Apéro-Konzertes der Mamfi-Guggenmusig in Seidenpapier verpackte Plaketten aus und präsentierten sie kunstvoll auf einem der Ausstellungstische. «Heute Morgen telefonierte ich mit meiner Schwägerin Vreni Maccaferri in Bellach. Sie hat aufgeräumt, weil ihr Mann ins Pflegeheim musste und wir wollen seine Bellacher Sammlung verkaufen, nicht gratis abgeben, damit sie in rechte Hände kommt», erzählte Annelies Demele aus Attiswil.

Alles muss weg ...

Auch Aus- und Aufräumen wollte die jahrzehntelange Plakettenbörsianerin und Guggeschränzer-Guggemusikerin Ingrid «Muggi» Affolter. Der Grund ist ein anderer: Sie zieht um ins Tessin, ins Centovalli-Tal, und will ihre Sammlung nicht mitnehmen. Den übrig gebliebenen Rest übernahmen zwei ebenfalls eingefleischte Sammler und Fasnächtler, Peter und Trix Pulfer. Sogar den geflochtenen Einkaufswagen als ihr Plakettentransporter verhökerte Affolter. Abnehmer ist der Börsenchef persönlich. «Man kann ihn irgendwann mal brauchen», erklärte Armbrust seiner Tochter Tamara.

Aktuelle Nachrichten