Radikal auf den Kopf gestellt wird das Märetfescht seinetwegen nicht. Aber einiges ist doch anders als bisher. Denn das grosse Stadtfest zwischen dem 20. und 22. Juni wird von einem völlig neu zusammengesetzten OK durchgeführt.

Dessen neuer Chef, Chris van den Broeke, Geschäftsführer des Zunfthauses zu Wirthen, lobt seine Crew: «Das neue Team funktioniert, und alle ziehen am gleichen Strick.» Neu habe man sich als Verein organisiert.

«Bis auf die professionelle Administration, die entlöhnt wird, arbeiten alle ehrenamtlich», so der OK-Chef. Bleibe nach der Abgabe von 5000 Franken an die Patronatsgeberin, die Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn, noch etwas übrig, so komme es in die Vereinskasse. «Und sollte sich der Verein auflösen, wird das Vereinsvermögen einer sozialen Institution überwiesen.»

Eine Frage des Fairplays

Nur beliebt gemacht hat sich Chris van den Broeke allerdings nicht ganz bei allen der 211 Standbetreiber, insbesondere bei einigen Vereinen und Festwirten. «Nein, die Standmieten wurden nicht erhöht», dementiert der OK-Chef kursierende Stadtgerüchte, «aber der geltende Laufmeter-Tarif wird nun auf alle einheitlich angewandt und durchgesetzt.» Denn bisher hätten einige Märetfescht-Teilnehmer von speziellen Tarifen profitiert, was nicht im Sinne des Fairplays sei, argumentiert van den Broeke.

Neuer Treffpunkt für «ü40»

Doch es gibt auch sichtbare Neuigkeiten im Festgeschehen, das nach wie vor fast die ganze Altstadt im bekannten Rayon umfasst. «Neu haben wir an der Goldgasse im Vorhof des Schulhauses Kollegium einen ‹ü40-Partytempel› eingerichtet», erklärt Chris van den Broeke.

Chris van den Broeke, OK-Chef des Märetfeschts im Interview

Chris van den Broeke erzählt, was die Besucher des Märetfests dieses Jahr erwarten dürfen.

Am Freitag startet dieser ab 17 Uhr, am Samstag ab 14 Uhr durch, musikalische Unterhaltung inklusive - am Samstag gar mit Live-Musik der Formation «Why». Zudem habe man mehr Toiletten geordert, versichert der OK-Chef, der auch in diesem Bereich eine Verbesserung der Situation anstrebt.

Dagegen wird Bewährtes aus den Vorjahren übernommen: Mehrwegbecher sind weiterhin bei der Getränkeausgabe Trumpf, Bändeli in zwei Farben werden für Jugendliche ab 16 ausgegeben, um ihnen die Ausweiskontrolle beim Drink-Kauf zu ersparen.

Und die Abfallentsorgung bleibt ebenfalls fest in der Hand des Freikirchen-Teams. «Der Sicherheitsaufwand bewegt sich im Rahmen des Vorjahres», meint der OK-Chef. Gesperrt bleibt dagegen nach wie vor während des Märetfeschts die früher viel frequentierte St. Ursentreppe. Und auch auf der Stadttheater-Baustelle Kollegiumshof haben trotz Kran-Demontage nur die Risottorührer Platz.

Um zwei Uhr ist Schluss

Der Fussball-WM zollt das OK Tribut mit der Liveübertragung des Knüllers Schweiz - Frankreich am Freitag um 21 Uhr auf der Märetplatz-Bühne (vgl. Kasten). «Wir haben genug Public Viewings sonst», meint van den Broeke, der aber den Festbeizli freie Hand lässt, Leinwände oder Fernseher einzurichten.

Doch sogar wenn die Schweiz Frankreich schlagen sollte - «um 2 Uhr ist Schluss.» So habe man auch mit der IG Landhausquai eine Übereinkunft getroffen, dass dann alle Lokale geschlossen werden.